To Conceptually Grasp the Dictatorships of the 20th Century

Diktaturgeschichten des 20. Jahrhunderts auf den Begriff bringen


Obwohl Jugendliche die DDR als repressives und undemokratisches System kennzeichnen, fällt die Einordnung als Diktatur deutlich weniger entschieden aus. Das liegt allerdings – wie oft pauschal behauptet wird – weniger in einer Idealisierung und Verharmlosung des staatssozialistischen Systems oder an mangelndem Faktenwissen. Eine Studie zeigt, dass der Diktaturbegriff durch die vorhergehende unterrichtliche Auseinandersetzung mit der NS-Zeit so geformt und präfiguriert ist, dass die Lernenden einen Begriffstransfer ablehnen.

Historische Bildung nach der Diktatur

Die Begriffe Diktatur und Demokratie gehören zu den zentralen lehrplanrelevanten Begriffen des deutschen Geschichtsunterrichts. Ob Jugendliche, die den ostdeutschen Staat zwischen 1949 bis 1989 nicht mehr selbst erlebt haben, diesen als Diktatur kennzeichnen oder nicht, bestimmt hierzulande wesentlich die öffentliche Debatte über den Erfolg historisch-politischer Bildung.[1] Das Idealbild der Auseinandersetzungen mit Diktaturgeschichte sind BürgerInnen, die sich um das Funktionieren der Demokratie Gedanken machen, die einen Sinn für ihre Fragilität entwickeln und die in der Lage sind, die parlamentarisch-konstitutionelle Ordnung aufrechtzuerhalten. Welcher Weg diesem gemeinsamen Ziel aller Bildungsanstrengungen am ehesten gerecht wird, ist dagegen ein schon lange geführter Richtungsstreit.[2]

Kritik und Selbstvergewisserung

So kann Diktaturgeschichte gewissermaßen als ein Frühwarnsystem verstanden werden. Die aus ihr zu gewinnenden historischen Erfahrungen beeinflussen die aktuellen Debatten über Gerechtigkeit und Chancengleichheit, gesellschaftliche Kontrolle, Medien und Journalismus, über die Rolle von Religion, über den Umgang mit Migration, Lebenskultur und Familienbilder. Aus einer nichtdemokratischen Vergangenheit lernen heißt hier vor allem, einen kritischen Sinn für die eigene Gegenwart und Zukunft zu entwickeln.[3]

Die Perspektive einer Kontrastgeschichte von Demokratie und Diktatur, die zuvorderst die Kritik an der Vergangenheit betont, soll dagegen vor allem die Akzeptanz des Gegebenen stärken. Betont wird die Überlegenheit des politischen Systems der Bundesrepublik. In der daran anknüpfenden Lehr- und Lernpraxis treten trotz gegenteiliger Behauptungen und obwohl bei dem Thema DDR-Geschichte multiperspektivisch aus dem Vollen geschöpft werden kann, immer wieder Forderungen nach einhelligen Urteilen und unbedingter Distanzierung von der DDR-Geschichte zu Tage. Schlichte Erklärungsmuster politischer Delegitimierung haben sich dabei jedoch als wenig anschlussfähig erwiesen.[4] Sie führen insbesondere für Ostdeutsche, die mit einer trägen Selbstgewissheit der Bundesrepublik nichts anfangen können und die den abgewickelten Staat auch nach 28 Jahren noch in den Knochen spüren, eher zu Akzeptanzproblemen. Zwei empirische Studien zeichnen nun Herausforderungen und Gegebenheiten nach, denen sich junge Menschen in Ostdeutschland bei der Beschäftigung mit der Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik gegenübersehen, die ihrem Wesen und eigenem Selbstverständnis nach eine Diktatur war.[5]

Geschichtsverständnis Heranwachsender

Danach empfinden SchülerInnen aus DDR-sozialisierten Elternhäusern die Kombination von (groß-)elterlichen Erzählungen und schulischen Inhalten, von alltagsgeschichtlichen Schilderungen und politischen Zusammenhängen als einen Lernvorteil. Die familiären und schulischen Darstellungen werden dabei aber nicht multiperspektivisch, sondern additiv verstanden. Statt widersprüchliche Aussagen über die DDR auf ihre Plausibilität zu prüfen, legen sie diese “in einem rein quantitativen Sinne eines größeren Wissens aus”.[6]

Jugendliche in Thüringen stimmen überwiegend der Aussage zu, dass politisch verfolgt wurde, wer sich im SED-Staat nicht konform verhielt. Einhellig fällt auch ihr Votum zu den Wahlen in der DDR aus, die eine Mehrheit als Scheinwahlen ansieht. Obwohl sie den bis 1989 bestehenden ostdeutschen Staat also mit Merkmalen diktatorischer Systeme charakterisieren, folgt daraus jedoch keineswegs die Einordnung des 1989 gescheiterten Staatssozialismus als Diktatur.[7] Was bedeutet dies für historisches Lernen, und was hindert Jugendliche heute an einer Kennzeichnung der DDR als Diktatur? Die neuen Forschungsbefunde verweisen an dieser Stelle auf den chronologischen Ablauf des Geschichtsunterrichts und auf seine immer wieder kritisierten Effekte der Personalisierung.

Diktaturverständnis

Das in der Schule zunächst am Nationalsozialismus vertiefte Diktaturverständnis der SchülerInnen ist danach wesentlich an eine Einpersonenherrschaft Adolf Hitlers geknüpft (Hitlerisierung) und vom Angriffskrieg und dem Holocaust als beispiellosem, rassistisch motivierten Massenverbrechen bestimmt (Holocaust-Education). Mit der Konzentration auf Gewaltverbrechen, Repression und auf die NS-Ideologie fehlen den SchülerInnen jedoch antidemokratische und antiliberale Merkmale der “Beispieldiktatur”, die sich bei allen Differenzierungserfordernissen auch den ost- und westeuropäischen Nachkriegsdiktaturen zuordnen lassen. Aus Sorge um ein Gleichsetzen mit dem Nationalsozialismus wird der Begriffstransfer auf die DDR abgelehnt. Woran es dabei offensichtlich fehlt, ist ein historisch-semantisch ausdifferenziertes Diktaturkonzept.[8] Um dieses zu entwickeln, bedarf es einer Blickerweiterung von Gewalt und Repression auf die stabilisierenden Faktoren und Bindungskräfte von Diktaturen.[9] Der Diktaturvergleich ist daran anschließend eine voraussetzungsreiche Methode, bei der sehr verschiedene historische Bedingungen und konkrete Phänomene aufeinander zu beziehen sind.

Diktatur- und Transformationsgeschichte

Einmal mehr wird in den Studien zum DDR-Geschichtsverständnis heutiger Jugendlicher bestätigt, dass der biografische Zugang zur Zeitgeschichte, der über Eltern und Großeltern hergestellt werden kann, eine hohe Bedeutung für deren Beurteilung hat. Vor allem in Ostdeutschland spielt dabei nicht nur die Erinnerung an die DDR-Zeit und die Friedliche Revolution eine Rolle, sondern auch die Erinnerung an den Transformationsprozess nach 1989.[10] Jugendliche, die im Vergleich mit dem Zugewinn an politischer und persönlicher Freiheit eher die negativen Folgen des Zusammenbruchs der DDR und die Schattenseiten eines tief greifenden sozialen und kulturellen Anpassungsprozesses betonen, sehen die Diktatur zwar nicht unkritisch. Im Vergleich mit den Einschnitten der 1990er Jahre und einer oft als krisenhaft wahrgenommenen Globalisierung erscheint die Vergangenheit jedoch in einem helleren Licht. Insofern die Nachwendezeit und der bundesrepublikanische Alltag seit der Wiedervereinigung die Erinnerung an die DDR mit prägen, wird die schulische und außerschulische Geschichtsvermittlung daher nicht umhinkommen, die historische Zäsur von 1989/90 zu überschreiten.

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Literaturhinweise

  • Hüttmann, Jens, and Anna von Arnim-Rosenthal, eds. Diktatur und Demokratie im Unterricht: Der Fall DDR. Berlin: Metropol, 2017.
  • Mählert, Ulrich, ed. Die DDR als Chance. Neue Perspektiven auf ein altes Thema. Berlin: Metropol, 2016.
  • Fulbrok, Mary. The People’s State. East German Society from Hitler to Honecker. New Haven/London: Yale University Press, 2006.

Webressourcen

  • Eisenhuth, Stephanie, Hanno Hochmuth and Konrad Jarausch. “Alles andere als ausgeforscht. Aktuelle Erweiterungen der DDR-Forschung”, Deutschlandarchiv (11 January 2016): www.bpb.de/deutschlandarchiv (last accessed 25 November 2017).
  • Bernhardt, Markus. “Der ‘Späte Sieg der Diktaturen’ – Resultat ergebnisoffenen Unterrichts?” Public History Weekly, 9 (2014): public-history-weekly.degruyter.com (last accessed 25 November 2017).

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[1] Mit der kontroversen Debatte um die 2008 veröffentlichte Untersuchung von Monika Deutz-Schroeder und Klaus Schroeder vom Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität Berlin wurde das Geschichtsbild des Politischen Systems der DDR bei Jugendlichen endgültig zum Schwerpunkt der Diskussion um die zukünftige Erinnerung an die DDR und um die Frage, wie der Staat diese beeinflussen kann. Deutz-Schroeder, Monika und Klaus Schroeder, Soziales Paradies oder Stasi-Staat? Das DDR-Bild von Schülern – ein Ost-West-Vergleich. Stamsried: Vögel, 2008.
[2] David Clarke, “Erinnerungspolitik und historisches Lernen: Der Fall DDR,” in Diktatur und Demokratie im Unterricht: Der Fall DDR, ed. Jens Hüttmann and Anna von Arnim-Rosenthal (Berlin: Metropol, 2017), 126-137.
[3] Von einer “bewussten Selbstbeunruhigung” an historischer Erfahrung mit der NS-Diktatur spricht Volkhard Knigge: “Das radikal Böse ist das, was nicht hätte passieren dürfen.” Unannehmbare Geschichte begreifen, in: APuZ 3-4 (2016), p. 3-9. www.bpb.de/apuz (letzter Zugriff 25.11.2017).
[4] Sabine Moller, “Diktatur und Familiengedächtnis. Anmerkungen zu Widersprüchen im Geschichtsbewusstsein von Schülern,” in Aufarbeitung der Aufarbeitung. Die Geschichte im geschichtskulturellen Diskurs, ed. Saskia Handro and Thomas Schaarschmidt (Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag, 2014), S. 140-151.
[5] Kathrin Klausmeier, “Die DDR war keine Diktatur? Ergebnisse einer empirischen Studie zu den Vorstellungen Jugendlicher von der DDR,” in Diktatur und Demokratie im Unterricht, ed. Jens Hüttmann and Anna von Arnim-Rosenthal (Berlin: Metropole, 2017), 88-99. Norbert Hanisch, “‘In der Familie hört man es halt richtig, wie sie es selber erlebt haben …’ Überlegungen zum Verhältnis von Familie, Unterricht und dem DDR-Bild sächsischer Schüler,” in Diktatur und Demokratie im Unterricht, ed. Jens Hüttmann und Anna von Arnim-Rosenthal (Berlin: Metropole, 2017), 100-109.
[6] Hanisch, “‘In der Familie hört man es halt richtig, wie sie es selber erlebt haben …’ Überlegungen zum Verhältnis von Familie, Unterricht und dem DDR-Bild sächsischer Schüler,” 108.
[7] Klausmeier, “Die DDR war keine Diktatur? Ergebnisse einer empirischen Studie zu den Vorstellungen Jugendlicher von der DDR,” 93.
[8] Klausmeier, “Die DDR war keine Diktatur? Ergebnisse einer empirischen Studie zu den Vorstellungen Jugendlicher von der DDR,” 96. Empirisch unbelegt bleibt dagegen die Behauptung, dass Demokratie und Diktatur als Gegensatz für heutige Jugendliche nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Siehe Ruth Wunnicke, “Kommunistische Diktaturerfahrungen im Unterricht,” in Diktatur und Demokratie im Unterricht, ed. Jens Hüttmann and Anna von Arnim-Rosenthal (Berlin: Metropol, 2017), 159-164.
[9] Auf eine bessere Verschränkung mit Vermittlungsaufgaben zielt die jüngste Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur “Förderung von Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der DDR-Forschung im Rahmenprogramm Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften” (2017) www.bmbf.de/bekanntmachung (letzter Zugriff 25.11.2017).
[10] Für eine Unterscheidung von Friedlicher Revolution als Ansatz einer Gesellschaftsreform und dem Transformationsprozess als Anpassung an das politische, wirtschaftliche und soziale System der Bundesrepublik, der im Vergleich zu Osteuropa zudem den Blick für nationale Spezifika schärfen würde, plädierte im Anschluss an die Geschichtswissenschaft bereits Saskia Handro, “1989. Geschichte hinter dem Jubiläum,” Geschichte lernen 128 (1989): 2-8, specifically 7.

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Abbildungsnachweis
Kommentierte Wahlplakate zur ersten freien Volkskammerwahl am 18. März 1990 in der DDR, aufgenommen in Gotha, Erfurter Straße. © Klaus Peter Albrecht Creativ Commons CC BY-SA 3.0 DE www.wir-waren-so-frei.de (letzter Zugriff 25.11.2017). Originalunterschrift: “Gegenüber des Kaufhauses standen mauerartig angeordnete Betonteile als provisorische Abgrenzung einer Baugrube: ein Treffpunkt für Leute, die sich unter anderem über das Warenangebot austauschten – ‚die Klagemauer’”.

Empfohlene Zitierweise
John, Anke: Diktaturgeschichten des 20. Jahrhunderts auf den Begriff bringen. In: Public History Weekly 5 (2017) 40, DOI: dx.doi.org/10.1515/phw-2017-10544

Redaktionelle Verantwortung
Christian Bunnenberg / Peter Gautschi

Copyright (c) 2017 by De Gruyter Oldenbourg and the author, all rights reserved. This work may be copied and redistributed for non-commercial, educational purposes, if permission is granted by the author and usage right holders. For permission please contact: elise.wintz (at) degruyter.com.

Although adolescents label the GDR as a repressive and undemocratic system, the classification as a dictatorship is clearly less decided. This, however, is – an often-heard blanket assertion – less founded upon an idealization and belittlement of the state-socialist system or a lack of knowledge of the facts. A study reveals that due to the previous dealing with the Nazi era in the class room the concept of dictatorship is shaped and prefigured in such a way that the learners reject a concept transfer.

Historical Education after the Dictatorship

The concepts of dictatorship and democracy belong to the central, curriculum relevant concepts of the German history teaching. Whether adolescents who did not experience the East German state between 1949 and 1989 anymore label it as a dictatorship or not is in this country to a large extent determined by the public debate on the success of the historical-political education.[1] The ideal picture of how to deal with the history of dictatorship are citizens who are concerned about the functioning of democracy, who develop a sense for its fragility and who are able to maintain the parliamentary-constitutional order. Which is the most likely way to be in line with this common goal of all educational efforts, however, is an already long-standing factional dispute.[2]

Criticism and Self-Assurance

The history of dictatorship can, in a sense, be understood as an early alert system. The historical experiences to be gained from it influence the current debates on justice and equal opportunity, social control, media and journalism, on the role of religion, on how to deal with migration, life culture and family images. To learn from a non-democratic past here in the first place means that a critical sense for one’s own present and future is developed.[3]

The perspective of a history of contrast between democracy and dictatorship which, first and foremost, emphasizes the criticism about the past, however, shall mainly strengthen the acceptance of the given situation. What is highlighted is the superiority of the political system of the Federal Republic of Germany. In the practice of teaching and learning connected with it, despite assertions to the contrary and, even though there is, from a multi-perspective angle, a huge amount of material when it comes to the subject of GDR history, again and again claims for unanimous judgements and explicit dissociation from GDR history come to light. Simple explanation patterns of political delegitimization have, however, not proved to be very connecting.[4] In particular for East Germans who can rather badly deal with the sluggish self-assurance of the Federal Republic of Germany and who even after 28 years still feel the liquidated state in their bones they rather cause acceptance problems. Two empirical studies now trace the challenges and circumstances which young people in East Germany are confronted with when dealing with the history of the German Democratic Republic which was a dictatorship by its nature and in its own self-conception.[5]

The Understanding of History of Adolescents

According to this the students from GDR-socialized parental homes consider the combination of narratives told by (grand)parents and school academic contents, of accounts of everyday happenings and political connections to be a learning advantage. Thereby, the descriptions made within the family and at school are, however, not perceived in a multi-perspective way but in an additive one. Instead of making a plausibility check of contradictory statements about the GDR, they interpret them as “increased knowledge in a purely quantitative sense”.[6]

Adolescents in Thuringia agree with the statement that whoever did not behave in conformity with the SED state was politically persecuted. Their assessment of the elections in the GDR is unanimous as well, a majority considers them to be sham elections. Although they thus attribute the characteristics of dictatorial systems to the East German state as it existed until 1989, this does, however, not automatically mean that they classify the state socialism failed in 1989 as a dictatorship.[7] What does this mean for historical learning and what prevents adolescents from calling the GDR a dictatorship nowadays? The latest research findings at this point refer to the chronological approach in history teaching and to its effects of personalization criticized again and again.

The Understanding of Dictatorship

The students’ understanding of dictatorship, at school first of all deepened through looking at the National Socialism, is then mainly linked to the one-person rule of Adolf Hitler and determined by the war of aggression and the Holocaust as unprecedented, racially motivated mass crime (Holocaust education). By focusing on violent crime, repression and on the Nazi ideology the students, however, lack the anti-democratic and anti-liberal characteristics of a “example dictatorship” which, in the light of all the differentiation requirements, can be assigned to the Eastern and Western European post-war dictatorships as well. Out of concern for equating it with the National Socialism the concept transfer onto the GDR is rejected. What is thereby obviously lacking is a historical-semantically differentiated concept of dictatorship.[8] In order to develop this a broader view of violence and repression is required as regards the stabilizing factors and binding forces of dictatorships.[9] The follow-up comparison of dictatorships is then a method based on many preconditions through which very different conditions and concrete phenomena must be related to each other.

The History of Dictatorship and Transformation

Once more, the studies on the GDR understanding of history by today’s young people confirm that the biographical approach to contemporary history which can be established through parents and grandparents have a high significance for their judgement. In particular in East Germany, not only the memory of the GDR era and the Peaceful Revolution thereby plays a role, but also the memory of the transformation process after 1989.[10] Adolescents who, in comparison to the gain in political and personal freedom, rather emphasize the negative consequences of the collapse of the GDR and the shady sides of a profound social and cultural adjustment process do, however, not see the dictatorship uncritically. Compared with the cuts of the 1990s and a globalization often perceived as crisis-ridden the past, however, appears in a brighter light. Insofar as the post-reunification period and the everyday life of the Federal Republic of Germany since reunification have helped to shape the memory of the GDR, school and extracurricular history mediation will therefore not be able to escape the historical caesura of 1989/90.
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Further Reading

  • Hüttmann, Jens, and Anna von Arnim-Rosenthal, eds. Diktatur und Demokratie im Unterricht: Der Fall DDR. Berlin: Metropol, 2017.
  • Mählert, Ulrich, ed. Die DDR als Chance. Neue Perspektiven auf ein altes Thema. Berlin: Metropol, 2016.
  • Fulbrok, Mary. The People’s State. East German Society from Hitler to Honecker. New Haven/London: Yale University Press, 2006.

Web Resources

  • Eisenhuth, Stephanie, Hanno Hochmuth and Konrad Jarausch. “Alles andere als ausgeforscht. Aktuelle Erweiterungen der DDR-Forschung”, Deutschlandarchiv (11 January 2016): www.bpb.de/deutschlandarchiv (last accessed 25 November 2017).
  • Bernhardt, Markus. “Der ‘Späte Sieg der Diktaturen’ – Resultat ergebnisoffenen Unterrichts?” Public History Weekly, 9 (2014): public-history-weekly.degruyter.com (last accessed 25 November 2017).

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[1] Through the controversial debate on the investigation by Monika Deutz-Schroeder and Klaus Schroeder of the SED State Research Association (Forschungsverbund SED-Staat) at the Free University of Berlin published in 2008, among adolescents the view of history of the political system of the GDR definitely became the focus of the discussion about the future memory of the GDR and about the question as to how the state is able to take influence on them. Deutz-Schroeder, Monika and Klaus Schroeder, Soziales Paradies oder Stasi-Staat? Das DDR-Bild von Schülern – ein Ost-West-Vergleich. Stamsried: Vögel, 2008.
[2] David Clarke, “Erinnerungspolitik und historisches Lernen: Der Fall DDR,” in Diktatur und Demokratie im Unterricht: Der Fall DDR, ed. Jens Hüttmann and Anna von Arnim-Rosenthal (Berlin: Metropol, 2017), 126-137.
[3] Volkhard Knigge speaks of a “conscious unsettledness” through the historical experience with the Nazi dictatorship: “Das radikal Böse ist das, was nicht hätte passieren dürfen.” Unannehmbare Geschichte begreifen, in: APuZ 3-4 (2016), p. 3-9. www.bpb.de/apuz (last accessed 25 November 2017).
[4] Sabine Moller, “Diktatur und Familiengedächtnis. Anmerkungen zu Widersprüchen im Geschichtsbewusstsein von Schülern,” in Aufarbeitung der Aufarbeitung. Die Geschichte im geschichtskulturellen Diskurs, ed. Saskia Handro and Thomas Schaarschmidt (Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag, 2014), S. 140-151.
[5] Kathrin Klausmeier, “Die DDR war keine Diktatur? Ergebnisse einer empirischen Studie zu den Vorstellungen Jugendlicher von der DDR,” in Diktatur und Demokratie im Unterricht, ed. Jens Hüttmann and Anna von Arnim-Rosenthal (Berlin: Metropole, 2017), 88-99. Norbert Hanisch, “‘In der Familie hört man es halt richtig, wie sie es selber erlebt haben …’ Überlegungen zum Verhältnis von Familie, Unterricht und dem DDR-Bild sächsischer Schüler,” in Diktatur und Demokratie im Unterricht, ed. Jens Hüttmann and Anna von Arnim-Rosenthal (Berlin: Metropole, 2017), 100-109.
[6] Hanisch, “‘In der Familie hört man es halt richtig, wie sie es selber erlebt haben …’ Überlegungen zum Verhältnis von Familie, Unterricht und dem DDR-Bild sächsischer Schüler,” 108.
[7] Klausmeier, “Die DDR war keine Diktatur? Ergebnisse einer empirischen Studie zu den Vorstellungen Jugendlicher von der DDR,” 93.
[8] Klausmeier, “Die DDR war keine Diktatur? Ergebnisse einer empirischen Studie zu den Vorstellungen Jugendlicher von der DDR,” 96. There is, however, no empirical evidence for the claim that democracy and dictatorship as a contrast do not play more than a minor role for today’s adolescents anymore. See Ruth Wunnicke, “Kommunistische Diktaturerfahrungen im Unterricht,” in Diktatur und Demokratie im Unterricht, ed. Jens Hüttmann and Anna von Arnim-Rosenthal (Berlin: Metropol, 2017), 159-164.
[9] The latest call of the German Federal Ministry for Education and Research intended to “promote research projects in the field of research on the GDR within the framework program ‘humanities, cultural studies and social sciences’” is aimed at a better linking with the tasks of conveying GDR history (2017) www.bmbf.de/bekanntmachung (last accessed 25 November 2017).
[10] Already Saskia Handro has pleaded for a differentiation between the Peaceful Revolution as an approach of a social reform and the transformation process as an alignment to the political, economic and social system of the Federal Republic of Germany which compared with Eastern Europe would, furthermore, sharpen the view for national specifics. Saskia Handro, “1989. Geschichte hinter dem Jubiläum,” Geschichte lernen 128 (1989): 2-8, specifically 7.

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Image Credits
Commented election posters for the first free election to the People’s Chamber (Volkskammer) on 18 March 1990 in the GDR, picture taken in Gotha, Erfurter Straße. © Klaus Peter Albrecht Creativ Commons CC BY-SA 3.0 DE www.wir-waren-so-frei.de (last accessed 25 November 2017). Original signature: “Opposite the department store there were concrete parts placed wall-like as a provisional demarcation of a building pit: A meeting point for people who, amongst other things, exchanged information about the range of products – ‘the Wailing Wall’”.

Recommended Citation
John, Anke: To Conceptually Grasp the Dictatorships of the 20th Century. In: Public History Weekly 5 (2017) 40, DOI: dx.doi.org/10.1515/phw-2017-10544

Translated by Kurt Brügger swissamericanlanguageexpert

Editorial Responsibility
Christian Bunnenberg / Peter Gautschi

Copyright (c) 2017 by De Gruyter Oldenbourg and the author, all rights reserved. This work may be copied and redistributed for non-commercial, educational purposes, if permission is granted by the author and usage right holders. For permission please contact: elise.wintz (at) degruyter.com.


Categories: 5 (2017) 40
DOI: dx.doi.org/10.1515/phw-2017-10544

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