The Other ’89: Annus Horribilis Instead of Annus Mirabilis

Das andere ’89: Annus horribilis statt annus mirabilis

Abstract:
The peaceful revolutions in East-Central Europe in 1989 are contrasted with the completely different developments in Southeastern Europe: Repression and expulsion in Bulgaria, im-poverishment and village destruction in Romania as well as secessionist efforts and ethno-political conflicts in Yugoslavia.
DOI: dx.doi.org/10.1515/phw-2021-18465
Languages: English, Deutsch



Die Geographie des annus mirabilis 1989 zeigt ein östliches Mitteleuropa, bestehend aus Polen und Ungarn sowie, um etliche Monate zeitversetzt, DDR und ČSSR – mit einer partiell parallelen, kausal aber nur bedingt verknüpften Entwicklung in der UdSSR. Südosteuropa war von all dem bis zum Ende des Jahres 1989 nicht tangiert. Denn das, was in Bulgarien als „Wechsel“ bezeichnet wird, sowie die gar als „Revolution“ figurierende Entwicklung in Rumänien, waren dem Inhalt nach primär Palastrevolten im Zuge von Konflikten innerhalb der Herrschaftselite sowie in der Form lediglich Imitate dessen, was zuvor in Budapest, Warschau und Leipzig geschehen war.

Drei Phänomene

Während in Ostmitteleuropa staatssozialistische Regime unter dem Druck von Gegenkräften einknickten, steigerten die Parteidiktaturen Südosteuropas zum einen den Konformitätsdruck auf die Mehrheitsgesellschaften. Zum anderen aber verstärkten sie den mit Formeln kommunistischen Sozialingenieurtums verbrämten Assimilierungsdruck auf nationale Minderheiten beträchtlich. Dies galt nicht nur für Gerontokraten wie Todor Živkov, der seit 1954 an der Spitze der Bulgarischen Kommunistischen Partei stand, den rumänischen Diktator Nicolae Ceauşescu, seit 1965 im Amt, sondern auch für den neuen starken Mann der jugoslawischen Teilrepublik Serbien, Slobodan Milošević.

Zwei Wochen nach Tadeusz Mazowieckis Wahl zum ersten nichtkommunistischen Ministerpräsidenten Nachkriegspolens am 24. August 1989 und einen Monat vor dem Leipziger Sieg der friedlichen Revolution in der DDR am 9. Oktober veröffentlichte Viktor Meier, der langjährige Südosteuropa-Korrespondent der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, einen Artikel mit dem auf den ersten Blick tautologischen Titel „Der Balkan wird wieder Balkan“. Auch der Untertitel nahm sich kryptisch aus: „Das Werk von Schiwkow, Ceauşescu und Milošević“.[1] Worum es Meier in dem Artikel ging, war die Verletzung von Menschenrechten in Bulgarien, Rumänien und Jugoslawien durch die nationalistischen, gar rassistischen Nationalitätenpolitiken der drei südosteuropäischen Autokraten. Er beschrieb darin drei Phänomene:

Erstens das im Frühjahr installierte apartheidähnliche serbische Besatzungsregime in der bis dahin autonomen Provinz Kosovo; zweitens die als „Systematisierung“ verharmloste Politik der Zwangsurbanisierung in Rumänien, von der sich vor allem die nationalen Minderheiten bedroht fühlten; und drittens die gewaltsame Assimilierungspolitik des bulgarischen Staates gegenüber der großen türkischen Minderheit des Landes samt staatlich geschürter Fluchtwelle, vom Regime zynisch „Wiedergeburtsprozess“ bzw. „Großer Ausflug“ genannt. Die geographische Region Balkan, so Meiers Argument, war jetzt erneut deckungsgleich mit dem negativen Regionalstereotyp gleichen Namens geworden, das für Bakschisch und Blutrache, Korruption und Gewalttätigkeit, Rückständigkeit und nationalen Überwertigkeitswahn stand. Das Jahr 1989 war ihm zufolge der Beginn einer Re-Balkanisierung des Balkans im schlechtesten Sinne des Wortes.

Zwangsassimilierung, Fluchtverursachung und Palastrevolte: Bulgarien 1989

Als extremster der drei Fälle stellte sich Meier Bulgarien dar. Denn die seit 1984 umgesetzte zwangsassimilatorische Politik Sofijas gegenüber den ca. 900.000 Türken im Lande hatte im Zeitraum Juni-August 1989 eine staatlicherseits geschürte massenhafte Fluchtbewegung in die Türkei ausgelöst, die zu einem Rekordrückgang der Bevölkerung des Landes um über drei Prozent und zur Entvölkerung weiter Gebiete im Osten des Landes führte. Was mit einer behördlichen Kampagne zur zwangsweisen Änderung arabisch-islamischer Vor-, Vaters- und Familiennamen in slavisch-christliche Namensformen begonnen hatte und seitens der Betroffenen mit stummem Hass und vereinzelten Terroranschlägen beantwortet wurde, hatte die interethnischen Beziehungen auf einen Tiefpunkt gebracht. Nicht nur Minderheit und Staat standen sich jetzt feindlich gegenüber, sondern die bulgarische Mehrheitsbevölkerung unterstützte zu großen Teilen die turkophobe Politik des Živkov-Regimes – mit gravierenden Folgen für das Zusammenleben in den ethnisch gemischten Gebieten im Nordosten und Südosten des Landes.

1989 gingen in Bulgarien drei auf den ersten Blick unverbundene, auf den zweiten indes interdependente politische Entwicklungen vonstatten: Erstens eskalierten die Spannungen zwischen Staat und türkischer Minderheit in Form von Massenprotesten und anschließender Massenflucht. Zweitens formierte sich eine politische Oppositionsbewegung von Vertretern der Mehrheitsbevölkerung, die zwar klein war, aber intellektuell wirkmächtig und bis in die kommunistische Monopolpartei hineinreichte. Und drittens wuchs in Zentralkomitee und Politbüro der Bulgarischen Kommunistischen Partei die Unzufriedenheit mit dem selbstherrlichen Živkov, der die Dynamik der Perestrojka in der sowjetischen Führungspartei gleich seinen Amtskollegen in Rumänien und der DDR erkennbar unterschätzte, ja sich offen dagegen stellte.[2]

Im Frühjahr 1989 kam es zu Hungerstreiks und anderen Protestaktionen von Türken, die im Mai flächendeckend den gesamten Osten des Landes umfassten. Die Staatsmacht, deren Repressionsressourcen durch die Ausbreitung der Widerstandsbewegung auf ca. ein Drittel des Territoriums Bulgariens erkennbar überdehnt wurden, reagierte anfänglich mit Gewalt, wobei über 30 Demonstrant:innen starben. Sodann jedoch zog die Parteiführung die Notbremse: Am 29. Mai 1989 hielt Partei- und Staatschef Živkov eine Fernseh- und Radioansprache, in welcher er die vorgezogene Ausgabe von Reisepässen an alle Bürger des Landes ankündigte.[3] Binnen weniger Wochen stellten daraufhin 370.000 bulgarische Türk:innen Anträge auf Ausstellung von Reisepässen. In den elf Wochen vom 3. Juni 1989, dem Tag der Öffnung der bulgarisch-türkischen Grenze durch die Türkei, bis zum 21. August, als Ankara die Grenze aufgrund erschöpfter Aufnahmekapazitäten wieder schloss, emigrierten 344.000 bulgarische Türk:innen in die Türkei.

Živkov verlor nun sukzessive die Unterstützung der Partei und geriet selbst im Politbüro in Isolation. Am 24. Oktober erklärte sein langjähriger Adlatus, Außenminister Petăr Mladenov, in einem offenen Brief an die Parteiführung als Zeichen des Protestes gegen Živkovs „Abkehr von UdSSR und KPdSU“ seinen Rücktritt als Minister (nicht aber als Politibüromitglied). Anschließend holte er sich in Moskau die informelle Zustimmung für den Sturz des seit 35 Jahren herrschenden Partei- und Staatschefs, und am 10. November, einen Tag nach der unfreiwilligen Öffnung der Berliner Mauer durch die SED, nötigte er auf einem ZK-Plenum Živkov zum Rücktritt von allen seinen Funktionen. Zugleich übernahm er von dem Gestürzten das Amt des Generalsekretärs der Partei und eine Woche später auch dasjenige des Staatsratsvorsitzenden.[4]

Was folgte, war zum einen eine allmähliche Transformation der weiterhin regierenden kommunistischen zu einer linkssozialdemokratischen Partei, zum anderen eine Formierung der Opposition in einem parteienübergreifenden Bündnis, der Union demokratischer Kräfte, vor allem aber ein dramatischer Anstieg interethnischer Spannungen im Land. Denn dagebliebene wie jetzt aus der Türkei zurückkehrende Türk:innen forderten die Rückgängigmachung der Namensänderung und organisierten wochenlange Demonstrationen vor dem Parlamentsgebäude der Hauptstadt. Am 29. Dezember 1989 fassten Staatsrat und Ministerrat einen Beschluss, in dem die „angewandten Zwangsmaßnahmen bei der Namensänderung von bulgarischen Staatsbürgern, die moslemische Namen trugen“, auf „willkürliche und von einzelnen Personen gefasste Beschlüsse während des totalitären Regimes“ zurückgeführt und als „grobe Verletzung der Gleichheit der Bürger vor dem Gesetz“ verurteilt wurden. Zugleich wurde eine Rückgängigmachung der Zwangsumbenennung sowie die Aufhebung des Verbots der türkischen Sprache und anderer diskriminierender Maßnahmen angekündigt.[5]

Darauf wiederum reagierten große Teile der bulgarischen Mehrheitsgesellschaft, vor allem im Osten des Landes, mit Empörung, Angst und Aggression. Der Parteiapparat in den gemischt besiedelten Gebieten, die Außenstellen der Staatssicherheit dort, aber auch Betriebsleitungen und Lehrpersonenkollektive organisierten sich am 31. Dezember in einem „Gesamtvölkischen Komitee zur Verteidigung der nationalen Interessen“. Hauptforderung war ein Referendum über die Ergebnisse des „Wiedergeburtsprozesses“, um dergestalt eine Rückgängigmachung der Zwangsumbenennung und eine Legalisierung der türkischen Sprache zu verhindern. In der ersten Januarwoche des Jahres 1990 fanden in zahlreichen Städten im Osten und Süden des Landes Demonstrationen, Kundgebungen und Autocorsi von zehntausenden Bulgar:innen statt, auf denen Losungen wie „In Bulgarien nur bulgarische Namen!“ oder – unter Anspielung auf die osmanische Herrschaft – „Sind 500 Jahre denn nicht genug?“ skandiert und plakatiert wurden. Nur mit großer Mühe gelang es der Regierung im Verein mit dem neuen Oppositionsbündnis und der neu formierten Partei der bulgarischen Türken, der Bewegung für Rechte und Freiheiten, die ethnopolitische Hochspannung binnen anderthalb Jahren zu abzubauen.[6]

In Geschichtspolitik und Erinnerungskultur Bulgariens ist die Zwangsassimilierungskampagne der Jahre 1984-1989 das bis heute bei weitem heikelste Thema.[7] Über die Schrecken des kommunistischen Lagersystems oder über die Verwerflichkeit der Regenschirmmorde an Oppositionellen im Exil durch das Komitee für Staatsicherheit können sich die Bulgaren fast ausnahmslos verständigen. Für den „Wiedergeburtsprozess“ und den „Großen Ausflug“ gilt dies nicht. Zwar hat das bulgarische Parlament im Januar 2012 – 22 Jahre nach dem Beginn des Demokratisierungsprozesses! – die Zwangsassimilierung in einer Erklärung verurteilt, doch „Bulgarien den Bulgaren!“- und „Türken raus!“-Parolen sind bis heute Bestandteil der politischen Kultur des Landes.

Dorfvernichtungspläne, Hungerrebellion und Tyrannenmord: 1989 in Rumänien

Das Rumänien Ceauşescus war 1989 das Armenhaus Europas. Lebensmittel, Kleidung und Schuhe waren, wenn überhaupt, nur auf Zuteilungskarten und in schlechter Qualität zu bekommen, die Fernheizungssysteme blieben auch im Winter abgeschaltet, Elektrizität, Gas und Benzin wurde strengstens rationiert und medizinische Versorgung nur gegen Schmiergeldzahlung geleistet. Zugleich dröhnte die Parteipropaganda unvermindert weiter und die Geheimpolizei Securitate war allgegenwärtig. Kurz vor der Jahreswende 1989/90 lief das Fass dann über, als es am 15. Dezember 1989 in Temeschwar, der zweitgrößten Stadt des Landes und Zentrum der multiethnischen Grenzregion Banat, zu einem regelrechten Volksaufstand gegen das kommunistische Regime kam. Vom 17. Dezember an schossen die Sicherheitskräfte gezielt auf Demonstrant:innen, was zu einem Überschwappen der Proteste auf die Hauptstadt führte.[8] In den folgenden Tagen fielen über 1.000 Menschen der Gewalt der Securitate und ihrer Handlanger:innen zum Opfer. Bereits am 22. Dezember war der Diktator Ceauşescu geflohen, wurde aber gefasst und am 25. Dezember gemeinsam mit seiner Ehefrau vor ein Schnellgericht gestellt und hingerichtet. Eine Parteifraktion um Ion Iliescu, die gemeinsam mit in Ungnade gefallenen Altkommunist:innen, Militärs, Geheimdienstoffizieren und einigen Alibi-Dissidenten als „Front der nationalen Rettung“ auftrat, übernahm jetzt staatsstreichartig die Macht und bildete am 27. Dezember eine Provisorische Regierung.

Die Erinnerung an Hungerrebellion, Palastrevolte und die vielen Toten in den beiden letzten Wochen des Jahres 1989 überlagert in Rumänien heute diejenige an die landesweite Welle von Zukunftsangst, welche die Verlautbarungen des Regimes über die Intensivierung der „Systematisierung“ jetzt auch im ländlichen Bereich ausgelöst hatte.[9] Die Umsetzung des 1974 verabschiedeten „Gesetzes 58/1974 zur Systematisierung des Territoriums sowie urbaner und ruraler Ortschaften“ erfolgte ab 1. März 1978 mittels Einebnung historischer Stadtzentren, um Platz für Neubauten zu schaffen. Der Historiker Dinu C. Giurescu hat 1989 konstatiert, dass damals in 29 rumänischen Städten bereits 85 Prozent der historischen Bausubstanz zerstört waren (einschließlich Kirchen und Friedhöfe), darunter diejenige der Hauptstadt, und in 37 weiteren Städten die Abrissarbeiten begonnen hatten.[10] Auf dem Land hingegen verlief die „Systematisierungskampagne“ nur schleppend. Daher erließ das Regime 1988 mehrere Dekrete zu ihrer Beschleunigung. Bis zu 6.000 der insgesamt 13.000 Ortschaften Rumäniens, so Ceauşescu in einer Rede am 3. März 1988, sollten jetzt „systematisiert“ werden. An Stelle der aufgelassenen Dörfer sollten 550 „agro-industrielle Zentren“ mit Wohnraum für jeweils mindestens 5.000 Menschen gebaut und die vormaligen Dorfbewohner:innen dorthin zwangsumgesiedelt werden.[11] Allein diese Ankündigungen lösten landesweit Verunsicherung bis hin zu Panik aus.

Auch wenn das gesamte Land unter Ceauşescus zerstörerischem Modernisierungswahn litt, sahen kritische Beobachter:innen innerhalb und außerhalb Rumäniens die ungarische, deutsche und Székler-Minderheit in Siebenbürgen sowie die serbische und deutsche im Banat als Hauptzielgruppen, die für Umsiedlungen in Agrostädte vorgesehen waren. Damit, so die Befürchtung, sollten kompakte rurale Siedlungsgebiete der Minderheiten, die damals neun Prozent der Bevölkerung ausmachten, aufgelöst werden. Die Neubelebung der „Systematisierungsmanie“ im Jahr 1988 löste entsprechend vehemente Proteste in den Nachbarstaaten aus.[12] Im Mai 1988 protestierte die neue Staats- und Parteiführung Ungarns gegen Ceauşescus Pläne und im Juli desselben Jahres verurteilten die Außenminister Österreichs und der Bundesrepublik Deutschland, Alois Mock und Hans-Dietrich Genscher, diese gemeinsam als gravierende Menschenrechtsverletzung. Am 9. März 1989 verurteilte auch die UN-Menschenrechtskommission mit der Stimme des Warschauer-Pakt-Staates Ungarn (und bei Stimmenthaltung der UdSSR, der DDR und Bulgariens) den Abriss von Dörfern in Rumänien und die repressive Minderheitenpolitik dort, und am 16. März verabschiedete das Europäische Parlament eine Resolution gegen die Verletzung elementarer Menschenrechte durch das Ceauşescu-Regime, in der an erster Stelle die Politik ruraler Zwangsumsiedlung firmierte – neben der Unterdrückung nationaler Minderheiten, der repressiven Bevölkerungspolitik, die Geburtenkontrolle und Abtreibung unter Strafe stellte, und der Zwangseinweisung von Dissident:innen in psychiatrische Anstalten.

So konfliktträchtig und widersprüchlich die rumänische „Wende“-Variante samt ihren Folgen auch war, so positiv hat sich der Regimewandel doch in puncto „Systematisierung“ ausgewirkt, und dies für die Bevölkerungsmehrheit wie für die Minderheiten: Die Umsetzung des megalomanen Plans, nach den Städten Rumäniens auch seine Dörfer zu zerstören, konnte in letzter Minute verhindert werden.

„Sezession des Zentrums“, Apartheidsregime und Staatszerfall: Serbien in Jugoslawien 1989

Anders als für Bulgarien und Rumänien brachte das Jahresende 1989 für Jugoslawien keinen Systemwechsel, sondern irreparable Risse in seiner föderalen Struktur, so dass die die gesamte Osthälfte Europas erfassende Systemkrise im jugoslawischen Fall die Form von Staatszerfall annahm. Der italienische Politikwissenschaftler Daniele Conversi hat dabei die landläufige Sicht einer 1989 beginnenden Abspaltung Sloweniens und sukzessive Kroatiens vom Gesamtstaat durch eine gegenläufige Deutung konterkariert: Ihm zufolge hat sich das politische Zentrum der Föderation, nämlich die Teilrepublik Serbien samt der auf ihren Territorium gelegenen Bundeshauptstadt Belgrad und der von ihr kontrollierten Bundesorgane wie Jugoslawischen Volksarmee, Bundespolizei, Zoll u.a., durch mehrfachen Bruch der Bundesverfassung aus dem Staatsverband mit den anderen fünf Teilrepubliken hinaus katapultiert.[13] Auch der US-kroatische Historiker Ivo Banac teilt diese Sichtweise, wobei er insbesondere auf die verfassungswidrige Aufhebung der Territorialautonomie der beiden Sozialistischen Autonomen Provinzen Vojvodina und Kosovo innerhalb der Teilrepublik Serbien im März 1989 verweist.[14] Desgleichen markiert für die deutsche Südosteuropahistorikerin Marie-Janine Calic „1989 [den] Anfang vom Ende“, wobei sie gleichfalls auf die Kassierung der Autonomie der beiden Provinzen abhebt.[15]

Die treibende Kraft dieser „Sezession des Zentrums“, der Vorsitzende des Bundes der Kommunisten Serbiens Slobodan Milošević, nutzte seine im Mai 1989 gewonnene Stellung als Präsident der Teilrepublik Serbien, um den jugoslawischen Föderalismus im serbischen Sinne unter dem Schlagwort einer „antibürokratischen Revolution“ umzugestalten: Statt des Konsensprinzips sollte von nun an auf Bundesebene das Mehrheitsprinzip gelten – was einer serbischen Hegemonie gleichgekommen wäre. Denn von den acht Stimmen im Föderationsrat kontrollierte Milošević vier – die Serbiens, diejenigen der formal weiterbestehenden Föderationssubjekte Vojvodina und Kosovo sowie die des kurz zuvor gleichgeschalteten Montenegro. Angesichts der schwankenden Haltung von Makedonien sowie Bosnien und Hercegovina gerieten die beiden nördlichen Republiken Slowenien und Kroatien so in eine strukturelle Minderheitenposition. Der Bruch, den der Verfassungsstreit zwischen den Hauptprotagonisten Serbien und Slowenien ausgelöst hatte, wurde auf dem außerordentlichen 14. Kongress des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens im Januar 1990 offenkundig. Serbische und montenegrinische Vertreter drängten auf stärkere Zentralisierung, Slowenen und Kroaten auf mehr Selbständigkeit und Makedonier und Bosnier versuchten das Tito’sche Prinzip von „Brüderlichkeit und Einheit“ der „Völker und nationalen Minderheiten Jugoslawiens“ zu retten. Der Kongress endete im Zerfall der Gesamtpartei.[16]

Verstärkt wurden die zentrifugalen Kräfte durch das Ende von Kalten Krieg und Blockkonfrontation, fiel doch jetzt der den blockfreien Bundesstaat zusammenhaltende äußere Druck weg. Und mit dem Ende des Kommunismus in Ostmittel- und Südosteuropa sowie in Eurasien hatte sich auch das als „dritter Weg“ vermarktete jugoslawische Sozialismusmodell mit seinen Spurenlementen von Marktwirtschaft überlebt. Die raison d’étre einer (fast) alle Südslawen umfassenden Bundesrepublik, dies war am Jahresende 1989 unübersehbar, war nicht mehr gegeben. 1990 begann daher ein erst 2008 abgeschlossener und in den Jahren 1991-1995 wie 1998-1999 überaus blutiger Prozess der Dekomposition der Tito’schen Föderation in sieben Nachfolgestaaten.

Die dramatischste Form nahmen 1989 die innerjugoslawischen Gegensätze im Südteil Serbiens, der Provinz Kosovo, an. Der 1987 an die Spitze der serbischen Kommunisten gelangte Milošević setzte beim Ausbau seiner Machtstellung vor allem auf Nationalismus. Das Tito zugeschriebene Prinzip „Serbien muss schwach sein, damit Jugoslawien stark ist!“ galt es ihm zufolge ein für alle Mal mittels serbischen Dominanz über die anderen Teilrepubliken außer Kraft zu setzen. Die Region Kosovo bot sich ihm für das Statuieren eines Exempels gleich aus zwei Gründen an. Zum einen konnte hier die „Schmach“ beseitigt werden, dass mit der Tito-Verfassung von 1974 Serbien als einzige Teilrepublik autonome Provinzen tolerieren musste. Zum anderen aber griff er auf den mittelalterlichen Kosovo-Mythos zurück, demzufolge diese Region das Herzland aller Serb:innen ist, lebten diese innerhalb Serbiens, in anderen jugoslawischen Republiken, in den Nachbarstaaten oder in Übersee. Zu Beginn der 1990er Jahre nahm Miloševićs Streben nach Hegemonie innerhalb Jugoslawien dann die Form eines aus großen Teilen des implodierten Bundesstaates Großserbien an.

Für die Kosovo-Albaner begann im Frühjahr 1989 eine zehnjährige Leidenszeit, die im Frühsommer 1999 in der massenhaften ethnischen Säuberung von über 900.000 von ihnen über die Landesgrenzen hinweg nach Makedonien und Albanien, durchgeführt von regulären wie irregulären serbischen Sicherheitskräften, kulminierte. Bereits im November 1988 hatte Milošević in seiner Eigenschaft als serbischer Parteichef an die Spitze des Zentralkomitees des Bundes der Kommunisten Kosovos ihm hörige Funktionäre gesetzt, was zum einen Massendemonstrationen in Prishtina, zum anderen nationalistische Gegenkundgebungen in Belgrad auslöste. Im Februar 1989 traten die kosovoalbanischen Bergleute in einen Hungerstreik, der sich umgehend zu einem die gesamte Provinz umfassenden Generalstreik auswuchs. Am 23. März zwang die serbische Republiksführung unter Androhung von Gewalt durch Armee und Miliz die Provinzparlamente von Kosovo und Vojvodina, einer Änderung der Verfassung Serbiens dahingehend zuzustimmen, dass die beiden autonomen Provinzen abgeschafft wurden. Im Zuge neuerlicher Massendemonstrationen und der Verhängung des Ausnahmezustandes gab es im Kosovo mindestens 29 Tote und zahlreiche Verletzte. Milošević krönte seinen Triumph mit der 600-Jahr-Feier der Schlacht auf dem Amselfeld (Kosovo polje) am symbolträchtigen St. Veitstag, dem 28. Juni 1989 an der Gedenkstätte Gazimestan bei Prishtina, bei der eine Million Menschen anwesend waren. In seiner Rede identifizierte er „Heldentum“ als Hauptcharakteristikum der Geschichte Serbiens und der Serben von der Schlacht von 1389 bis zur Gegenwart und forderte Heroismus auch für die Zukunft ein: „Heute, sechs Jahrhunderte später, stehen wir wieder in Schlachten und vor Schlachten“.[17]

Vom Frühjahr 1989 bis zum Abkommen von Kumanovo am 9. Juni 1999 zwischen der serbisch kommandierten Jugoslawischen Volksarmee und den Truppen der NATO über den Rückzug serbischer Sicherheitskräfte befand sich Kosovo unter einem apartheidähnlichen serbischen Okkupationsregime, in dem Albaner:innen praktisch rechtlos waren. Dennoch blieb der albanische Widerstand gegen Belgrad lange Zeit gewaltfrei. Unter der Leitung der von Ibrahim Rugova geführten Demokratischen Liga des Kosovo bauten die Albaner ihren „Schattenstaat“ auf, der über eigenen Bildungs- und Gesundheitsstrukturen verfügte. Eine der bittersten Lektionen der Gewaltfreiheitsgeschichte des 20. Jahrhunderts ist, dass sich die pazifistische Option für die Albaner:innen des Kosovo nicht ausgezahlt hat. Außer Lob für ihre Friedfertigkeit erhielten sie von der Staatengemeinschaft nichts. Erst als Militante die UÇK formierten und Rugova beiseite drängten, realisierte die Weltöffentlichkeit 1998, dass hier Handlungsbedarf bestand.[18]

In der Erinnerung der Kosovo-Albaner:innen endeten 1989 die mit dem Namen Titos verbundenen 15 Autonomie-Jahre in der jugoslawischen Periode ihrer Nationalgeschichte. Was folgte, war serbische Okkupation, passiver Widerstand, bewaffneter Kampf und schließlich Eigenstaatlichkeit. Das dramatische Jahrzehnt 1989-1999 lässt dabei wenig Raum für Jugo-Nostalgie.[19]

Ein Ende

Auch wenn die Wirkungen des Jahres 1989 in Bulgarien und Rumänien in der Folgezeit eine Liberalisierung und mittelfristig eine partielle Demokratisierung mit sich brachten, sind die Unterschiede zum Entwicklungsverlauf in Ostmitteleuropa eklatant – mit bis heute erkennbaren Folgen. Und in der zerbrechenden jugoslawischen Föderation kam es zu Staaten- und Bürgerkriegen, die 1995 nur teilweise durch internationale Intervention und Dayton-Abkommen beendet werden konnten. Denn die 1989 einsetzende serbische Repressionspolitik im Kosovo eskalierte 1998/99 in einer gigantischen ethnischen Säuberung, die eine weitere Militärintervention der Staatengemeinschaft auslöste. Für viele, wenn nicht die meisten Südosteuropäer:innen nimmt sich die Erinnerung an „1989“ daher als diejenigen an ein annus horribilis aus.

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Literaturhinweise

  • Sabrow, Martin (ed.). 1989 und die Rolle der Gewalt. Göttingen: Wallstein, 2012.
  • Banac, Ivo. “Post-Communism as Post-Yugoslavism: The Yugoslav Non-Revolutions of 1989-1990.” In: Eastern Europe in Revolution, edited by Ivo Banac, 168-187. Ithaca: Cornell University Press, 1992.
  • Troebst, Stefan. „Chronologie einer gescheiterte Prävention: Vom Konflikt zum Krieg im Kosovo, 1989-1999.“ Osteuropa 49 (1999): 777-795.

Webressourcen

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[1] Viktor Meier, “Der Balkan wird wieder Balkan. Das Werk von Schiwkow, Ceauşescu und Milošević,” Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 208 vom 8. 9. 1989, 16.
[2] Stefan Troebst, “‘Demokratie als ethnisch geschlossene Veranstaltung’: Nationalistischer Integrationsdruck und politische Formierung der nationalen Minderheiten in Bulgarien (1989 – April 1991),” in Wolfgang Höpken (ed.), Revolution auf Raten – Bulgariens Weg zur Demokratie (München: Oldenbourg 1996), 117-172.
[3] Evgenia Kalinova, “Remembering the “Revival Process” in Post-1989 Bulgaria,” in August Dimou, Maria Todorova, Stefan Troebst (ed.), Remembering Communism. Private and Public Recollections of Lived Experience in Southeast Europe (Budapest-New York: Central European University Press), 2014, 567-593.
[4] Wolfgang Höpken, “Was geschah am 10. November? Hintergründe zum Živkov-Sturz,” in Südosteuropa 39 (1990), 627-641.
[5] Wolfgang Höpken, “Sofias Kurskorrektur in der Türken-Politik. Dokumentation,” in Südosteuropa 39 (1990), p. 76-79.
[6] Stefan Troebst, “‘Demokratie als ethnisch geschlossene Veranstaltung’: Nationalistischer Integrationsdruck und politische Formierung der nationalen Minderheiten in Bulgarien (1989 – April 1991),” in Wolfgang Höpken (ed.), Revolution auf Raten – Bulgariens Weg zur Demokratie (München: Oldenbourg 1996), 117-172.
[7] Evgenia Kalinova, “Remembering the “Revival Process” in Post-1989 Bulgaria,” in August Dimou, Maria Todorova, Stefan Troebst (ed.), Remembering Communism. Private and Public Recollections of Lived Experience in Southeast Europe (Budapest-New York: Central European University Press), 2014, 567-593.
[8] Peter Ulrich Weiss, “Traumatische Befreiung. Die rumänische Revolution von 1989/90 als unbewältigte Gewalterfahrung,” in Martin Sabrow (ed.), 1989 und die Rolle der Gewalt, Göttingen: Wallstein, 2012, 304-337; and Dragoş Petrescu, Explaining the Romanian Revolution of 1989. Culture, Structure, and Contingency (Bukarest: Editura Enciclopedica), 2010.
[9] Dietmar Müller, “Strategien des öffentlichen Erinnerns in Rumänien nach 1989: Postkommunisten und postkommunistische Antikommunisten,” in Ulf Brunnbauer, Stefan Troebst (ed.), Zwischen Amnesie und Nostalgie. Die Erinnerung an den Kommunismus in Südosteuropa (Köln-Weimar-Wien: Böhlau, 2007), 47-69.
[10] Dinu C. Giurescu, The Razing of Romania’s Past (Washington DC: Pahidon, 1989), X.
[11] Dennis Deletant, “Social Engineering in Romania: Ceauşescu’s Systematization Program, 1965-1989,”in Romanian Civilization 2 (1993) 1, 53-74.
[12] Cristina Petrescu, From Robin Hood to Don Quixote. Resistance and Dissent in Communist Romania (Bukarest: Editura Enciclopedică, 2013), 93-215.
[13] Daniele Conversi, “The dissolution of Yugoslavia: SeIcession by the centre?,” in John Coakley (ed.), The Territorial Management of Ethnic Conflicts (London: Frank Cass & Co., 2003), 264–292.
[14] Ivo Banac, “Post-Communism as Post-Yugoslavism: The Yugoslav Non-Revolutions of 1989-1990,” in Ivo Banac (ed.): Eastern Europe in Revolution (Ithaca: Cornell University Press, 1992), 168-187.
[15] Marie-Janine Calic, Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert (München: C.H. Beck, 2010), 297.
[16] Holm Sundhaussen, Jugoslawien und seine Nachfolgestaaten 1943-2011. Eine ungewöhnliche Geschichte des Gewöhnlichen (Köln: Böhlau, 2012), 253-277.
[17] Ibd., p. 262.
[18] Stefan Troebst, “Chronologie einer gescheiterte Prävention: Vom Konflikt zum Krieg im Kosovo, 1989-1999,” Osteuropa 49 (1999), 777-795.
[19] Stephanie Schwandner-Sievers, Isabel Ströhle, “Der Nachhall des Sozialismus in der albanischen Erinnerung des Nachkriegskosovos,” in Ulf Brunnbauer, Stefan Troebst (ed.), Zwischen Amnesie und Nostalgie. Die Erinnerung an den Kommunismus in Südosteuropa (Köln-Weimar-Wien: Böhlau, 2007), 216-235.

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Abbildungsnachweis

Бургас ZIU trolleybus 15084, Burgas, 1993 © 1993 Felix O CC BY-SA-2.0 via Wikimedia Commons.

Empfohlene Zitierweise

Troebst, Stefan: The Other ’89: Annus horribilis Instead of Annus mirabilis. In: Public History Weekly 9 (2021) 5, DOI: dx.doi.org/10.1515/phw-2021-18465.

Redaktionelle Verantwortung

Krzysztof Ruchniewicz

The geography of the annus mirabilis 1989 shows an East-Central Europe consisting of Poland and Hungary as well as, delayed by several months, the GDR and Czechoslovakia – with a partially parallel, but causally only conditionally linked development in the USSR. Southeastern Europe was not affected by these processes until the very end of 1989. For what is called “change” in Bulgaria and the development in Romania, which even figures as a “revolution”, were primarily palace revolts in the course of conflicts within the ruling elite and in form merely imitations of what had happened before in Budapest, Warsaw and Leipzig.

The Three Phenomena

While state socialist regimes in East-Central Europe buckled under the pressure of countervailing forces, the party dictatorships of Southeastern Europe increased the pressure to conform to the majority societies. On the other hand, they considerably increased the pressure on the national minorities to assimilate, dressed up in the formulas of communist social engineering. This was not only true of the gerontocrats like Todor Živkov, who had headed the Bulgarian Communist Party since 1954 or the Romanian dictator Nicolae Ceauşescu who had been in office since 1965, but also for the new strongman of the Yugoslav Republic of Serbia, Slobodan Milošević.

Two weeks after Tadeusz Mazowiecki’s election as the first non-communist prime minister of post-war Poland on 24 August 1989 and one month before the Leipzig victory of the peaceful revolution in the GDR on 9 October, Viktor Meier, the long-time correspondent of “Frankfurter Allgemeine Zeitung” for Southeastern Europe, published an article with the title, at first glance tautological, “The Balkans are becoming the Balkans again”. Even the subtitle was cryptic: “The Work of Zhivkov, Ceauşescu and Milošević”. [1] What Meier was concerned with in the article was the violation of human rights in Bulgaria, Romania and Yugoslavia by the nationalist, even racist nationality policies of the three Southeast-European autocrats. In it, he described three phenomena: firstly, the apartheid-like Serbian occupation regime installed in the spring in the hitherto autonomous province of Kosovo; secondly, the policy of forced urbanization in Romania, played down as “systematization”, by which in particular the national minorities felt threatened; and thirdly, the Bulgarian state’s violent assimilation policy towards the country’s large Turkish minority, including a state-fomented wave of refugees, cynically called “rebirth process” or “Great Excursion” by the regime. Meier argued that the geographical region of the Balkans had now once again become congruent with the negative regional stereotype of the same name, which stood for baksheesh and blood feuds, corruption and violence, backwardness and national delusions of superiority. According to him, 1989 was the beginning of a re-Balkanization of the Balkans in the worst sense of the word.

Forced Assimilation, Flight Induction and Palace Revolt: Bulgaria 1989

Meier found Bulgaria to be the most extreme of the three cases. Sofia’s forced assimilation policy towards the approximately 900,000 Turks in the country, which had been implemented since 1984, had triggered a mass exodus to Turkey in the period of June-August 1989, which was fomented by the state and led to a record decline in the country’s population of over three percent and to the depopulation of large areas in the eastern part of the country. What had begun with an official campaign to forcibly change Arabic-Islamic first, patronymic and family names into Slavic-Christian forms of names and was met with silent hatred and sporadic terrorist attacks on the part of those affected, had brought interethnic relations to a low point. Not only were the minority and the state now hostile to each other, but the Bulgarian majority population also largely supported the Turkophobic policies of the Živkov regime. This brought about some serious consequences with regards to the coexistence of these two groups in the ethnically mixed areas of the eastern parts of the country.

In 1989, three political developments took place in Bulgaria that, at first glance, seemed unrelated, but turned out to be interdependent. Firstly, tensions between the state and the Turkish minority escalated in the form of mass protests and subsequent mass exodus. Secondly, a political opposition movement was formed by representatives of the majority population, which was small but intellectually powerful and reached into the communist monopoly party. And thirdly, in the Central Committee and Politburo of the Bulgarian Communist Party there was growing dissatisfaction with the autocratic Živkov, who, like his counterparts in Romania and the GDR, recognizably underestimated the dynamics of Perestroika in the leading Soviet party, and even openly opposed it.[2]

In the spring of 1989, there were hunger strikes and other protest actions organized by Turks, which in May covered the entire east of the country. The state whose repressive resources were visibly overstretched by the spread of the resistance movement to about a third of Bulgaria’s territory, initially reacted with violence, resulting in the killing of over 30 demonstrators. Then, however, the party leadership pulled out the emergency brake: on 29 May 1989, party and state leader Živkov gave a television and radio address in which he announced the early issue of passports to all citizens of the country.[3] Within a few weeks, 370,000 Bulgarian Turks applied for passports, and within the eleven weeks from 3 June 1989, the day Turkey opened the Bulgarian-Turkish border, to 21 August, when Ankara closed the border again due to exhausted reception capacities) 344,000 Bulgarian Turks emigrated to Turkey.

Živkov gradually lost the support of the party and fell into isolation even in the Politburo. On 24 October, his long-time aide-de-camp, Foreign Minister Petăr Mladenov, declared his resignation as minister (but not as a Politburo member) in an open letter to the party leadership as a sign of protest against Živkov’s “turning away from the USSR and the [Communist Party of the Soviet Union] CPSU”. He then obtained informal approval in Moscow for the overthrow of the party and state leader who had ruled for 35 years, and on 10 November, one day after the Socialist Unity Party of Germany (SED) involuntarily opened the Berlin Wall, he forced Živkov to resign from all his functions at a CC plenum. At the same time, he took over the office of General Secretary of the party, and a week later also the of position of the Chairman of the Council of State.[4]

What followed was, on the one hand, a gradual transformation of the still ruling communist party into a left-wing social democratic party, and on the other, a formation of the opposition in a cross-party alliance, the Union of Democratic Forces (SDS), but above all a dramatic increase in interethnic tensions in the country. Turks who had stayed or were now returning from Turkey, demanded the reversal of the name change and organized week-long demonstrations in front of the parliament building in the capital. On 29 December 1989, the Council of State and the Council of Ministers passed a resolution in which the “coercive measures applied in changing the names of Bulgarian citizens bearing Muslim names” were traced back to “arbitrary decisions taken by individuals during the totalitarian regime” and condemned as a “gross violation of the equality of citizens before the law”. At the same time, a reversal of the forced renaming was announced, as well as the lifting of the ban on the Turkish language and other discriminatory measures.[5]

In turn, large sections of the Bulgarian majority society, especially in the east of the country, reacted to this with indignation, fear and aggression. The party apparatus and the state security field offices in the mixed populated areas, but also factory managements and teacher collectives founded on 31 December a nation-wide Committee for the Defense of National Interests. The main demand was a referendum on the results of the “rebirth process” in order to prevent a reversal of the forced renaming and a legalization of the Turkish language. In the first week of January 1990, demonstrations, rallies and car parades organized by tens of thousands of Bulgarians took place in numerous cities in the eastern and southern parts of the country, chanting and placarding slogans such as “Only Bulgarian names in Bulgaria!” or – alluding to the Ottoman rule – “Aren’t 500 years enough?” Only with great difficulty did the government, together with the new opposition alliance and the newly formed Party of Bulgarian Turks, the Movement for Rights and Freedoms, succeed in reducing the ethno-political high tension within a year and a half.[6]

In Bulgaria’s current politics of history and culture of remembrance, the forced assimilation campaign of 1984-1989 is by far the most sensitive topic.7 Bulgarians can agree almost without exception on the horrors of the communist camp system or on the reprehensibility of the umbrella murders of opposition members in exile by the Committee for State Security. This is not the case for the “rebirth process” and the “Great Excursion”. Whereas in January of 2012 – 22 years after the beginning of the democratization process – the parliament condemned forced assimilation in a declaration, slogans like “Bulgaria to the Bulgarians!” and “Turks out!” are still part of the country’s political culture.

Extermination Plans, Hunger Rebellion and Tyrannicide: 1989 in Romania

Ceauşescu’s Romania was the poorhouse of Europe in 1989. Food, clothing and shoes were only available, if at all, on allotment cards and in poor quality, the district heating systems remained switched off even in winter, electricity, gas and petrol were strictly rationed and medical care was only provided through bribes. At the same time, party propaganda continued unabated and the secret police Securitate was omnipresent. Shortly before the turn of the year 1989/90, the barrel overflowed when on 15 December 1989, in Timişoara, the second largest city in the country and the center of the multi-ethnic border region of Banat, a popular uprising against the communist regime began. From 17 December onwards, the security forces deliberately shot at demonstrators, causing the protests to spill over into the capital.[8] In the following days, more than 1,000 people fell victim to the violence of the Securitate and its henchmen. Already on 22 December, the dictator Ceauşescu had fled. However, on 25 December he was caught and, together with his wife, brought before a summary court martial and executed. A faction of the Romanian Communist Party around Ion Iliescu acted together with ousted party members, army officers, secret servicemen and some token dissidents as “Front of National Salvation”, took over power in the country and formed a provisional government on 27 December.

In today’s Romania, the memory of “the Hunger Rebellion” and of the Ionescu coup d’état overshadow the memory of the nation-wide anxiety about the future which the regime’s proclamations about intensifying its campaign of “systematization” not only in towns and cities but also in the rural areas had triggered.[9] The implementation of the “Law 58/1974 on the systematization of the territory and urban and rural localities”, passed in 1974, was carried out from 1 March 1978 by levelling historical city centers to make room for new buildings. In 1989, the historian Dinu C. Giurescu stated that at that time 85 percent of the historical building fabric (including churches and cemeteries) had already been destroyed in 29 Romanian cities, among them the capital Bucharest, and demolition work had begun in 37 other cities.[10] In the countryside, on the other hand, the “systematization campaign” proceeded very slowly. Therefore, in 1988, the regime issued several decrees to accelerate it. On 3 March 1988 Ceauşescu announced in a speech that up to 6,000 of Romania’s total of 13,000 localities, were now to be “systematized”. In place of the abandoned villages, 550 “agro-industrial centers” with housing for at least 5,000 people each were to be built and the former villagers were to be forcibly resettled.[11] This announcement caused panic throughout the country.

Even though the entire country suffered under Ceauşescu’s destructive modernization mania, critical observers inside and outside Romania saw the Hungarian, German and Székler minorities in Transylvania as well as the Serbs and Germans in Banat as the main target groups earmarked for resettlement to agro-towns. This, it was feared, was intended to break up compact rural settlement areas of the minorities, who at that time made up nine percent of the population. The revival of the “systematization mania” in 1988 triggered also vehement protests in neighboring states.[12] In May of 1988, the new reformist state and party leadership of Hungary protested against Ceauşescu’s plans, and in July of the same year the foreign ministers of Austria and the Federal Republic of Germany, Alois Mock and Hans-Dietrich Genscher, jointly condemned them as a serious violation of human rights. On 9 March 1989, the UN Commission on Human Rights also condemned the demolition of villages in Romania and the repressive minority policy. The resolution was supported even by a Warsaw Pact member state, namely Hungary, while three other pact members abstained (the USSR, the GDR and Bulgaria). On 16 March the European Parliament adopted a resolution on the demolition of villages in Romania. And on the same day, the European Parliament passed also a resolution against the Ceauşescu regime’s violation of basic human rights, which included, first and foremost, the policy of forced rural resettlement – along with the oppression of national minorities, the repressive population policy that criminalized birth control and abortion, and the forced detention of dissidents in psychiatric institutions.

As conflict-ridden and contradictory as the Romanian “turnaround” variant and its consequences were, the regime change had a positive effect in terms of the “systematization”, both for the majority of the population and for the minorities. The implementation of the megalomaniac plan to destroy Romania’s towns and villages was prevented at the last minute.

”Secession of the Centre”, Apartheid Regime and State Collapse: Serbia in Yugoslavia 1989

Unlike for Bulgaria and Romania, the end of 1989 did not bring a change of system for Yugoslavia. However, it led to irreparable cracks in its federal structure, so that the systemic crisis affecting the entire eastern half of Europe took form of state collapse in the Yugoslav case. The Italian political scientist Daniele Conversi has countered the common view that Slovenia and successively Croatia began to secede from the common state with a contrary interpretation. According to him, the political center of the federation, namely the constituent republic of Serbia together with the federal capital Belgrade located on its territory and the federal organs controlled by it, such as the Yugoslav People’s Army, the federal police, customs, etc., has seized power by repeatedly breaking the federal constitution (i.e., it catapulted out of the state union with the other five republics).[13] The US-Croatian historian Ivo Banac also shares this view, referring in particular to the unconstitutional abolition of the territorial autonomy of the two Socialist Autonomous Provinces of Vojvodina and Kosovo within the Republic of Serbia in March of 1989.[14] Similarly, for the German historian of Southeastern Europe, Marie-Janine Calic, „1989 marked the beginning of the end” of federal Yugoslavia whereby she likewise refers to the cassation of the autonomy of the two provinces.[15]

The leader of the League of Communists of Serbia Slobodan Milošević was the driving force of this “secession of the center.” He used his position as president of the republic of Serbia since May of to reshape Yugoslav federalism in the Serbian sense under the slogan of an “anti-bureaucratic revolution.” Instead of the consensus principle, the majority principle was to apply at the federal level from now on,  which would have been tantamount to Serbian hegemony. Milošević controlled four of the eight votes in the Federation Council – those of Serbia, those of the formally continuing subjects of the federation, Vojvodina and Kosovo, as well as those of Montenegro, which had been brought into line shortly before. In view of the wavering position of Macedonia and Bosnia and Hercegovina, the two northern republics of Slovenia and Croatia thus found themselves in a structural minority position. The rift that the constitutional dispute between the main protagonists, Serbia and Slovenia, had triggered became evident at the extraordinary 14th Congress of the League of Communists of Yugoslavia in January 1990. Serbian and Montenegrin representatives pushed for greater centralization, Slovenes and Croats for more autonomy and Macedonians and Bosnians tried to save Tito’s principle of “fraternity and unity” of the “peoples and national minorities of Yugoslavia”. The Congress ended in the disintegration of the party as a whole.[16]

The centrifugal forces were strengthened by the end of the Cold War and the confrontation of the blocs, as the external pressure holding the non-aligned federal state together now ceased to exist. And with the end of communism in East-Central and Southeastern Europe as well as in Eurasia, the Yugoslav model of socialism, marketed as the “third way”, with its trace elements of a market economy, had also outlived its importance. By the end of 1989 it was obvious that the raison d’étre of a federal state encompassing (almost) all South Slavs was no longer a given. In 1990, therefore, a process of decomposition of the Tito Federation into seven successor states began, which was not completed until 2008 and which was extremely bloody in the years 1991-1995 as well as in 1998-1999.

In 1989, the intra-Yugoslavian antagonisms in the southern part of Serbia, the province of Kosovo, took on the most dramatic form. Milošević, who had become head of the Serbian communists in 1987, relied primarily on nationalism to expand his position of power. According to him, the principle attributed to Tito, “Serbia must be weak for Yugoslavia to be strong!” was to be overruled once and for all by means of Serbian dominance over the other republics. The Kosovo region offered itself to him for making an example for two reasons. On the one hand, it was possible to eliminate the “disgrace” of Serbia being the only constituent republic to tolerate autonomous provinces under the Tito Constitution of 1974. Secondly, however, he fell back on the medieval Kosovo myth, according to which this region were the heartland of all Serbs, whether they live within Serbia, in other Yugoslav republics, in neighboring states or overseas. At the beginning of the 1990s, Milošević’s quest for hegemony within Yugoslavia then took the form of a Greater Serbia made up of large parts of the imploded federal state.

For the Kosovo Albanians, a ten-year period of suffering began in the spring of 1989, culminating in the early summer of 1999 in the ethnic cleansing of over 900,000 of them across the country’s borders into Macedonia and Albania, carried out both by regular and irregular Serbian security forces. As early as November 1988, Milošević, in his capacity as Serbian party leader, had appointed officials who were loyal to him to lead the Central Committee of the League of Communists of Kosovo. This decision triggered mass demonstrations in Prishtina and nationalist counterdemonstrations in Belgrade. In February 1989, Kosovo Albanian miners went on hunger strike, which immediately grew into a general strike covering the entire province. On 23 March, the Serbian republican leadership forced the provincial parliaments of Kosovo and Vojvodina to agree to an amendment to Serbia’s constitution abolishing the two autonomous provinces. In the course of renewed mass demonstrations and the imposition of a state of emergency, at least 29 people were killed and many more injured in Kosovo. Milošević crowned his triumph with the 600th anniversary celebration of the Battle of Field of Blackbirds (Kosovo polje) on the symbolic St Vitus’s Day, 28 June 1989 at the Gazimestan memorial site near Prishtina. About one million people attended the event. In his speech, Milošević identified “heroism” as the main characteristic of the history of Serbia and the Serbs from the battle of 1389 to the present and called for heroism in the future as well: “Today, six centuries later, we are once again in battles and facing battles.”[17]

From the spring of 1989 until the Kumanovo Agreement of 9 June 1999 between the Serbian-commanded Yugoslav People’s Army and NATO forces on the withdrawal of Serbian security forces, Kosovo was under an apartheid-like Serbian occupation regime in which Albanians were virtually without rights. Nevertheless, Albanian resistance to Belgrade remained non-violent for a long time. Under the leadership of the Democratic League of Kosovo, led by Ibrahim Rugova, the Albanians built their “shadow state”, which had its own educational and healthcare structures. One of the bitterest lessons in the history non-violence in the 20th century is that the pacifist option did not pay off for the Albanians of Kosovo. Apart from praise for their peacefulness, they received nothing from the international community. Only when militants formed the Kosovo Liberation Army (UÇK) and pushed Rugova aside in 1998, did world public opinion realize that there was a need for action.[18]

In the memory of the Kosovo Albanians, the 15 years of autonomy associated with Tito’s name in the Yugoslav period of their national history ended in 1989. What followed was Serbian occupation, passive resistance, armed struggle and finally statehood. The dramatic decade 1989-1999 leaves little room for Yugo Nostalgia in this regard.[19]

An End

Even if the effects of 1989 in Bulgaria and Romania subsequently brought about liberalization and, in the medium term, partial democratization, the differences to the course of development in East-Central Europe are striking – with consequences that can still be seen today. And in the fracturing Yugoslav federation warfare broke out which was only temporarily ended by international intervention and the Dayton Agreement in 1995. Due to the Serbian policy of repression in Kosovo that began in 1989 and escalated into a gigantic ethnic cleansing that triggered another military intervention by the international community in 1998/99,  the memory of “1989” is of an annus horribilis for many, if not most, Southeast Europeans.

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Further Reading

  • Sabrow, Martin (ed.). 1989 und die Rolle der Gewalt. Göttingen: Wallstein, 2012.
  • Banac, Ivo. “Post-Communism as Post-Yugoslavism: The Yugoslav Non-Revolutions of 1989-1990.” In: Eastern Europe in Revolution, edited by Ivo Banac, 168-187. Ithaca: Cornell University Press, 1992.
  • Troebst, Stefan. „Chronologie einer gescheiterte Prävention: Vom Konflikt zum Krieg im Kosovo, 1989-1999.“ Osteuropa 49 (1999): 777-795.

Web Resources

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[1] Viktor Meier, “Der Balkan wird wieder Balkan. Das Werk von Schiwkow, Ceauşescu und Milošević,” Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 208 vom 8. 9. 1989, 16.
[2] Stefan Troebst, “‘Demokratie als ethnisch geschlossene Veranstaltung’: Nationalistischer Integrationsdruck und politische Formierung der nationalen Minderheiten in Bulgarien (1989 – April 1991),” in Wolfgang Höpken (ed.), Revolution auf Raten – Bulgariens Weg zur Demokratie (München: Oldenbourg 1996), 117-172.
[3] Evgenia Kalinova, “Remembering the “Revival Process” in Post-1989 Bulgaria,” in August Dimou, Maria Todorova, Stefan Troebst (ed.), Remembering Communism. Private and Public Recollections of Lived Experience in Southeast Europe (Budapest-New York: Central European University Press), 2014, 567-593.
[4] Wolfgang Höpken, “Was geschah am 10. November? Hintergründe zum Živkov-Sturz,” in Südosteuropa 39 (1990), 627-641.
[5] Wolfgang Höpken, “Sofias Kurskorrektur in der Türken-Politik. Dokumentation,” in Südosteuropa 39 (1990), p. 76-79.
[6] Stefan Troebst, “‘Demokratie als ethnisch geschlossene Veranstaltung’: Nationalistischer Integrationsdruck und politische Formierung der nationalen Minderheiten in Bulgarien (1989 – April 1991),” in Wolfgang Höpken (ed.), Revolution auf Raten – Bulgariens Weg zur Demokratie (München: Oldenbourg 1996), 117-172.
[7] Evgenia Kalinova, “Remembering the “Revival Process” in Post-1989 Bulgaria,” in August Dimou, Maria Todorova, Stefan Troebst (ed.), Remembering Communism. Private and Public Recollections of Lived Experience in Southeast Europe (Budapest-New York: Central European University Press), 2014, 567-593.
[8] Peter Ulrich Weiss, “Traumatische Befreiung. Die rumänische Revolution von 1989/90 als unbewältigte Gewalterfahrung,” in Martin Sabrow (ed.), 1989 und die Rolle der Gewalt, Göttingen: Wallstein, 2012, 304-337; and Dragoş Petrescu, Explaining the Romanian Revolution of 1989. Culture, Structure, and Contingency (Bukarest: Editura Enciclopedica), 2010.
[9] Dietmar Müller, “Strategien des öffentlichen Erinnerns in Rumänien nach 1989: Postkommunisten und postkommunistische Antikommunisten,” in Ulf Brunnbauer, Stefan Troebst (ed.), Zwischen Amnesie und Nostalgie. Die Erinnerung an den Kommunismus in Südosteuropa (Köln-Weimar-Wien: Böhlau, 2007), 47-69.
[10] Dinu C. Giurescu, The Razing of Romania’s Past (Washington DC: Pahidon, 1989), X.
[11] Dennis Deletant, “Social Engineering in Romania: Ceauşescu’s Systematization Program, 1965-1989,”in Romanian Civilization 2 (1993) 1, 53-74.
[12] Cristina Petrescu, From Robin Hood to Don Quixote. Resistance and Dissent in Communist Romania (Bukarest: Editura Enciclopedică, 2013), 93-215.
[13] Daniele Conversi, “The dissolution of Yugoslavia: SeIcession by the centre?,” in John Coakley (ed.), The Territorial Management of Ethnic Conflicts (London: Frank Cass & Co., 2003), 264–292.
[14] Ivo Banac, “Post-Communism as Post-Yugoslavism: The Yugoslav Non-Revolutions of 1989-1990,” in Ivo Banac (ed.): Eastern Europe in Revolution (Ithaca: Cornell University Press, 1992), 168-187.
[15] Marie-Janine Calic, Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert (München: C.H. Beck, 2010), 297.
[16] Holm Sundhaussen, Jugoslawien und seine Nachfolgestaaten 1943-2011. Eine ungewöhnliche Geschichte des Gewöhnlichen (Köln: Böhlau, 2012), 253-277.
[17] Ibd., p. 262.
[18] Stefan Troebst, “Chronologie einer gescheiterte Prävention: Vom Konflikt zum Krieg im Kosovo, 1989-1999,” Osteuropa 49 (1999), 777-795.
[19] Stephanie Schwandner-Sievers, Isabel Ströhle, “Der Nachhall des Sozialismus in der albanischen Erinnerung des Nachkriegskosovos,” in Ulf Brunnbauer, Stefan Troebst (ed.), Zwischen Amnesie und Nostalgie. Die Erinnerung an den Kommunismus in Südosteuropa (Köln-Weimar-Wien: Böhlau, 2007), 216-235.

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Image Credits

Бургас ZIU trolleybus 15084, Burgas, 1993 © 1993 Felix O CC BY-SA-2.0 via Wikimedia Commons.

Recommended Citation

Troebst, Stefan: The Other ’89: Annus horribilis Instead of Annus mirabilis. In: Public History Weekly 9 (2021) 5, DOI: dx.doi.org/10.1515/phw-2021-18465.

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Krzysztof Ruchniewicz

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    OPEN PEER REVIEW

    1989 – breaking point or a step in a long-term process?

    The essay The other 1989: Annus horribilis instead of annus mirabilis deals with Central and Eastern Europe, “the widest imaginable margin of Europe”.[1] Describing this heterogeneous area has never been an easy task. The author chooses three countries to serves him/her as case studies and examples: Bulgaria, Romania, and Serbia.

    The author uses the metaphor calling 1989 “annus mirabilis” or “annus horriblis”: a marvellous year – a horrible year. Metaphors are often used while describing Eastern and Central Europe. “If I were to come up with a coat of arms for Central Europe, I would place twilight in one of its fields and void in another” writes Polish author Andrzej Stasiuk.[2] Metaphors and, connected to them, images are like signposts in this unstable part of Europe, where wars and ethnic relations are constantly moving borders, changing states or their names.

    The core statement of the article is that the year 1989, which is commonly perceived as “annus mirabilis”, could also be seen as “annus horriblis” by many inhabitants of Eastern and Central Europe. Why? Although it ended the communist dictatorship, it also opened a path for new nationalisms and re-Balkanization of the Balkans, as stated after Viktor Meier. The victims are ethnic, national, and religious minorities that constitute a significant part of each Central European and Balkan state. What is interesting, the article explains how the minorities influences the end of communist regimes in the studied countries. Their hope for democratic equality soon vanished, and even, as in the case of Albanians in Kosovo, turned into bloody war.

    However, despite the functional metaphors of “annus mirabilis” – “annus horriblis”, the article shows the importance of processes rather than “breaking points” in historical narration. Naturally, 1989 was a life-event-year in the history of Central-Eastern Europe. Moreover, with the end of the Cold War, it became a global symbol of the new world order. However, as it is well-explained, 1989 was proceeded by various events. The anti-Turkish politics in Bulgaria and the nationalistic discourse of “Bulgaria for ethnic Bulgarians” was predated by the so-called “rebirth process” and the “Great Excursion” (1984-1989). The politics of repression toward ethnic and national minorities was also a case of Rumania under the rule of Ceauşescu. And the dreams of some republic to break up with the Yugoslavian Federation started far before 1989 (or 1991).

    In this overview, the years 1989 was only a stop-over. It was not only proceeded by particular events or attitudes but also followed by specific politics. The article named it “politics of remembrance” or “culture of remembrance” accompanied by politics toward different minorities. In fact, it could be also called the politics of post-colonial, or rather of post-dependent societies.[3] It is marked by the rise of nationalism underlying the “cultural authenticity” of a newborn country. In this overview, the interesting conception of “annus horriblis” could also be seen as a beginning of – to quote a post-colonial studies researcher, Kwame Anthony Appiah – a ‘post-optimistic pessimism’.[4]

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    [1] D. Kołodziejczyk, Postkolonialny transfer na Europę Środkowo-Wschodnią, „Teksty Drugie” 2010: 5, p. 30

    [2] A. Stasiuk, Dziennik okrętowy. W Andrychowič Û.Ì., Stasiuk, A. (red.) Moja Europa. Dwa eseje o Europie zwanej środkową. Wołowiec: Czarne, 2001, p. 102

    [3] See: Post-dependence Studies Centre, http://www.cbdp.polon.uw.edu.pl/index_eng.html.

    [4] K. A. Appiah, Myśli różne o postkolonializmie. Wstęp do tekstów nienapisanych, „Literatura na Świecie” 2008:1-2, p. 160.

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