Images of Revolution and Transformation

Bilder von Revolution und Transformation

Abstract:
The images of crowds demonstrating in the streets of Germany in the cities of 1989 have permanently gone down in history. This process culminated in the fall of the Berlin Wall, a symbol of the division of Germany and Europe after 1945. On the example of iconography related to the fall of the wall, demonstrations in Berlin and Leipzig, and the storming of the STASI headquarters, the author shows the value of this medium for shaping the perception of the way in which groundbreaking events in German history are perceived. At the same time, he draws attention to the need for a critical approach to popular interpretations.
DOI: dx.doi.org/10.1515/phw-2021-18464
Languages: English, German



Weltweit gibt es wenige Ereignisse, die verbinden. Aber einige existieren. TV, Radio, Fotos, Videos, sei einigen Jahren auch Internet und neue soziale Medien machen es möglich. Die britische Autorin Zadie Smith etwa beschreibt in ihrem Weltbestseller „White Teeth“ (2000),[1] wie Ältere aufgeregt vor dem Fernseher mit dem Mauerfall am 9. November 1989 das Ende des Zweiten Weltkrieges bestaunen und wie zugleich ihre Kinder gelangweilt in die Röhre schauen. Autoren aus afrikanischen Ländern dichteten die Hoffnung herbei, der Fall der Berliner Mauer würde auch ihre Befreiung bedeuten und zum Niederreißen von Mauern und Grenzen weltweit beitragen.

Ikonographie des Mauerfalls

Ikonographisch brannten sich Bilder vom Mauerfall ins Weltgedächtnis. Das Brandenburger Tor als Teil der Berliner Mauer wird geflutet von Menschen in der Nacht vom 9. zum 10. November 1989. Vor allem ein Foto ist berühmt: Junge Leute sitzen hinter dem Tor auf der Mauer und feiern.[2] Davon gibt es gleich mehrere Fotos, denen niemand entkommt, wenn alljährlich der Mauerfall gefeiert wird. Diese Fotos sind berührend und stehen zugleich für die Suggestionskraft von Fotos: Denn fast immer sind auf diesen Fotos von feiernden Menschen auf der Mauer Westberliner:innen, keine Ostberliner:innen zu sehen. Das ist natürlich kein Problem, denn auch sie hatten viele Gründe zum Feiern. Nur befreit von der Diktatur wurden sie nicht, befreit haben sie sich auch nicht. Es war eben kein Mauerfall, sondern ein Mauerdurchbruch, betrieben von den Gesellschaften in Polen, Ungarn und der DDR gemeinsam.[3]

Diese Fotos aber sollen die sich selbst feiernden Ostberliner symbolisieren. Ist das Zufall? Ja, oft. Meist ist es einfach Unwissenheit, ist ja auch egal … So auch ein sehr berühmtes Foto, auf dem jubelnde Menschen in der Nacht der Nächte am Grenzbahnhof Berlin-Friedrichstraße eine Flasche Sekt öffnen. Wer ist zu sehen? Junge Leute von der linksalternativen „tageszeitung“ (taz) aus Berlin-Kreuzberg, aus West-Berlin.[4] Schön, dass sie sich freuen, unschön, dass fast nie dabei steht, um wen es sich handelt.

Fotoikonen aus Berlin (1953) und Leipzig (1989)

Natürlich, solche Symbolfotos zeigen die Stimmung, die herrschte. Aber sie zeigen eben nicht immer das, was wir zu sehen glauben. Die Kraft der Fotos verleitet oft zu Annahmen, die historisch nicht stimmen. Berühmt sind dafür die Fotoikonen vom Volksaufstand am 17. Juni 1953 in Ost-Berlin und der DDR. Immer wieder sind sowjetische Panzer und Steine werfende Jugendliche, die sich gegen die Panzer zu wehren suchen, zu sehen.[5] Beides hat es gegeben, typisch war es ganz und gar nicht, sie suggerieren es aber bis heute.

So auch die Fotos vom 9. Oktober 1989 in Leipzig. Es war der Tag der Entscheidung: Setzt die SED wie ihre Kampfgefährten in China Panzer gegen die friedlichen Demonstranten ein? Die Menschen hatten Angst vor der „chinesischen Lösung“, waren angespannt, ängstlich – und dennoch strömten bis 70.000 Menschen in der Leipziger Innenstadt zusammen, um den Kommunist:innen Freiheit abzutrotzen.[6] Bürgerrechtler filmten heimlich vom Kirchturm die Massendemonstration. Der Film wurde wie Fotos außer Landes geschmuggelt und am nächsten Abend in den „Tagesthemen“, einer bundesdeutschen Hauptnachrichtensendung, ausgestrahlt. Das trugen enorm zur Mobilisierung bei.

Unsichtbare Mehrheit

Aber auch sie suggerieren etwas, was in vielen Erzählungen bis heute als Subtext über „1989“ verbreitet wird: Alle waren dabei, alle waren dafür. Fragt sich nur, wenn „alle“ dabei und alle „dagegen“ waren, warum mussten sie sich dann eigentlich wogegen wehren? Auf den Fotos glänzt der Staat fast immer durch Abwesenheit, die Übermacht, gegen die sich die Menschen zu wehren suchten. Aber nicht nur das: Auch die Erzählung, „alle“ wären dabei gewesen, unterstützen sie. Revolutionen, auch die von 1989, sind immer Angelegenheiten von Minderheiten, die sich gegen eine aufs Machtmonopol stützende Minderheit erhebt und die Macht teilen will. Die Masse der Gesellschaft steht zwischen diesen beiden Polen und wartet ab. Das ist in keiner Revolution der Weltgeschichte je anders gewesen. Nur die Bilder erzählen davon nicht. Es gibt keine Bilder dieser abwartenden überwältigenden Mehrheit.

Die Kundgebung, die nach der Leipziger Massendemonstrationen am 9. Oktober 1989 am berühmtesten wurde, fand am 4. November 1989 auf dem Ostberliner Alexanderplatz statt. Sie wird heute noch gefeiert als Triumph der Revolution. War es dieser aber auch? Tatsächlich war die Kundgebung auf dem Alexanderplatz eine bereits durch den Staat genehmigte. Niemand musste es etwas befürchten. Und noch mehr: Der Staat, namentlich SED und MfS gingen mit den Organisatoren so genannte „Sicherheitspartnerschaften“ ein. Die Ordner waren sehr gut an ihren gelben Schärpen zu erkennen. Viele Kommunist:innen hatten von ihrem Staat den Auftrag erteilt bekommen, mitzumachen. Befehl ist Befehl. Natürlich erzählen die Fotos diese Geschichte nicht.

Es war natürlich dennoch ein großes Ereignis, diese Massendemonstration. Das wurde es nicht zuletzt dadurch, dass das DDR-Fernsehen spontan die Versammlung live übertrug. Das war ein Signal: Es ist aus! Wir geben das Medienmonopol aus der Hand. Das wurde noch an diesem Tag im Fernsehen sichtbar – die Nachrichtensprecher trugen keine SED-Abzeichen mehr an ihren Anzügen. Die Redner präsentierten einen Teil der Protestgesellschaft des Jahres 1989, aber eben nur einen Teil: An der Organisation war die Opposition gar nicht beteiligt. Es sprachen zwar einige von ihnen, aber auch Vertreter:innen der SED-Diktatur. Es war die größte sozialistische Massendemonstration in der DDR-Geschichte aus freien Stücken – die Menschen vor der provisorischen Tribüne forderten Reisefreiheit, die Reisekader auf der LKW-Pritsche einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz.

Und die Bilder der Veranstaltung? Seit dem 4. November 1989 wird behauptet, an der Veranstaltung hätten „mindestens“ 500.000 Menschen teilgenommen. Für diese Behauptung werden auch immer wieder Fotos illustrierend unterlegt. Ich habe Fotos zu einer anderen Rekonstruktion benutzt: Ich habe mit ihnen (u.a Luftaufnahmen) berechnet, ob so viele Menschen überhaupt auf dem Alexanderplatz und den angrenzenden Straßen Platz gehabt hätten.[7] Um es kurz zu machen: Nein. Großzügig berechnet kommt man auf 160.000, maximal 200.000 Menschen, die teilgenommen haben. Es nützt übrigens nichts, obwohl das auf den einschlägigen Internetseiten über die Demonstration (Wikipedia)[8] vermerkt wurde. Die Legende von der halben oder ganzen Million am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz lebt.

„Sturm“ auf die Stasi-Zentrale in Bilder

Am 15. Januar 1990 erstürmten zehntausende Menschen die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit in Ost-Berlin. Das war ein historisches Ereignis besonderer Güte: Noch nie war eine Geheimpolizei besetzt, aufgelöst und ihre Unterlagen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt worden. Auch wenn die Besetzungen der Stasi bereits ab 4. Dezember 1989 in der Provinz begonnen hatten – das Symbol dafür ist der Sturm auf die Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg. Die Bilder gingen um die Welt. Nichts aus der DDR hat so sehr Eingang in die Welt gefunden, ist so lebendig geblieben wie die deutsche Abkürzung „Stasi“.[9]

Die Bilder von diesem „Sturm“ auf die Stasi-Zentrale zeigen wie die Fotos vom 9. Oktober 1989 aus Leipzig das wesentliche Moment nicht: gegen wen sich das eigentlich richtete. Der Staat glänzt durch Abwesenheit. Und die Demonstrant:innen? Auch hier fehlt das wesentliche Element, der Kitt einer jeder Diktatur: Die Angst und die Überwindung der eigenen Angst, eine Vorbedingung zur „Einmischung in eigene Angelegenheiten“ (Jürgen Fuchs).[10]

Die Fotos vom 15. Januar 1990 suggerieren aber etwas anderes: Gewalt von Seiten der Demonstrant:innen. Bis heute sind viele Fragen im Zusammenhang mit dem „Sturm“ auf die Stasi-Zentrale unbeantwortet geblieben. Zum Beispiel auch die, von wem die Gewalt gegen Sachen ausging? Warum die Demonstrant:innen in völlig harmlose Gebäudeteile eindrangen?[11]

Wie Fotos Geschichte machen sollen hatte nur wenige Tage vor dieser Erstürmung eine andere Begebenheit gezeigt. Neonazistische Schmierereien hatten bis Ende 1989 in der DDR kaum zugenommen. Auch das öffentliche Auftreten von Rechtsradikalen blieb im Rahmen der letzten Jahre. Allerdings berichteten die DDR-Medien nun im Gegensatz zu früher darüber und das in einem Ausmaße, als stünden Rechtsradikale kurz vor der Machtübernahme. Sie schürten Ängste bei vielen Menschen, die sich in ihrer „antifaschistischen Grundhaltung“ bedroht sahen. Als Ende Dezember unter bis heute nicht geklärten Umständen auf das sowjetische Ehrenmal in Berlin-Treptow mehrere antikommunistische und nationalistische Sprüche gesprayt wurden, deuteten die SED und ihre Medien diese als „faschistisch“ und ihre Urheber:innen als „Neonazis“. Die neuen Parteiführer Gregor Gysi und Hans Modrow forderten umgehend eine „antifaschistische Einheitsfront“. Am 3. Januar 1990 versammelten sich offiziellen Angaben zufolge bis zu 250.000 Menschen am Ehrenmal in Treptow und protestierten gegen Neofaschismus. Die Redner, allen voran Gysi, zogen alle Register, Zehntausende riefen immer wieder „Verfassungsschutz, Verfassungsschutz“ und zum Abschluss sang diese Parteiversammlung die „Internationale“. Gegen diese offenkundigen Versuche, das MfS zu legitimieren, protestierten nicht nur Bürgerrechtsvertreter:innen am Zentralen Runden Tisch, sondern Oppositionelle im ganzen Land. [12] Die Aktion verfehlte aber nicht ihre Wirkung, da kaum jemand in den folgenden Tagen und Wochen vergaß zu erwähnen, dass er natürlich „antifaschistisch“ eingestellt sei. Da die SED die Kampagne zugleich mit ständigen Enthüllungen über neofaschistische Umtriebe in der Bundesrepublik anreicherte, verschärfte sie bei Hunderttausenden die Angst vor einer Wiedervereinigung. Und heute? Die Fotos von dieser inszenierten Parteiversammlung werden alljährlich kritiklos abgedruckt. Auf die Hintergründe geht kaum jemand ein. Und dass es sich nicht um faschistische, sondern um antikommunistische Parolen handelten, erwähnt fast nie jemand.

Die Wiedervereinigung

Schließlich ein letztes Beispiel: Die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990. Das Foto der Fotos zeigt Regierungsvertreter in der Nacht zum 3. Oktober auf den Stufen des Reichstages in Berlin. [13] Helmut Kohl, Richard von Weizsäcker, Willy Brandt, Oskar Lafontaine, Hans-Dietrich Genscher – hinter einer Pflanze meist verdeckt als einziger Ostdeutscher DDR-Ministerpräsident Lothar de Maiziere. Meist ist er gar nicht abgebildet, wird abgeschnitten.

Ein Symbolfoto? Ja, ein Symbolfoto. Oder wie drückte es Jürgen Habermas anlässlich der deutschen-deutschen Verhandlungen zur Vereinigung aus: Chefverhandler Wolfgang Schäuble ging einen Vertrag mit sich selbst ein.[14] Dieses Foto vom 3. Oktober 1990 zeigt anschaulich, wie das offizielle Deutschland bis heute die Revolution und die Einheit sieht – es war das Werk „großer Männer“. Ostdeutsche sind bestenfalls Staffage dabei.

Fotos lügen natürlich nicht. Sie sagen aber oft auch nicht „die“ Wahrheit. Sie bieten Ausschnitte an, Sichtweisen, die der Interpretation und nicht selten zunächst Basiswissen erfordern.

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Literaturhinweise

  • Janzing, Gerhard. “Der Fall der Mauer. Bilder von Freiheit und / oder Einheit.” In Das Jahrhundert der Bilder. 1949 bis heute, edited by Gerhard Paul, 574-581. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2008.
  • Kowalczuk, Ilko-Sascha. Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR. 3rd extended edition. München: C.H. Beck, 2015.
  • Kowalczuk, Ilko-Sascha. Die Übernahme. Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde. München: C.H. Beck, 2019.

Webressourcen

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[1] Zadie Smith, White Teeth: A Novel, London: Hamish Hamilton 2001.
[2] Was am 9. November 1989 geschah, „www.zdf.de”, 9.11.2019, https://www.zdf.de/nachrichten/heute/liveblog-was-geschah-am-neunten-november-1989-100.html (letzter Zugriff 27. Mai 2021)
[3] Padraic Kenney, A Carnival of Revolution: Central Europe, 1989 wyd. Princeton University Press, Princeton 2002.
[4] Arno Widmann, Ich war der erste Ossi. 9. November 89: Ein Bild geht um die Welt – taz goes West, In: tageszeitung vom 9.11.1994, p. 12.
[5] Ilko-Sascha Kowalczuk, 17. Juni 1953 – Volksaufstand in der DDR, Ursachen – Abläufe – Folgen. Edition Temmen, Bremen 2003.
[6] Siegbert Schefke, Schlüsselmoment der Geschichte: Der 9. Oktober 1989 in Leipzig, „www.bpb.de”, 9.10.2020, https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/297873/der-9-oktober-1989-in-leipzig (letzter Zugriff 27. Mai 2021)
[7] Ilko-Sascha Kowalczuk, Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR, 3rd extended edition, München 2015, p. 450 ff.
[8] Alexanderplatz-Demonstration, „www.wikipedia.de”, https://de.wikipedia.org/wiki/Alexanderplatz-Demonstration (letzter Zugriff 27. Mai 2021)
[9] Ilko-Sascha Kowalczuk, Stasi konkret. Überwachugn und Repression in der DDR, München 2013, p. 9.
[10] Jürgen Fuchs, Einmischung in eigene Angelegenheiten. Gegen Krieg und verlogenen Frieden, Reinbek bei Hamburg 1984.
[11] Ilko-Sascha Kowalczuk, Stasi konkret. Überwachugn und Repression in der DDR, München 2013, p. 333 ff.
[12] Ilko-Sascha Kowalczuk, Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR, 3rd extended edition, München 2015, p. 516.
[123] Vgl. Führende Politiker der Bundesrepublik Deutschland und der letzten DDR-Regierung nehmen an den Feierlichkeiten in Berlin teil, 3. Oktober 1990, https://www.chronik-der-mauer.de/chronik/181395/bildergalerie-zur-offiziellen-feier-zu-wiedervereinigung-vor-dem-berliner-reichstag (letzter Zugriff 27. Mai 2021)
[14] Ilko-Sascha Kowalczuk, Die Übernahme. Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde, 6 edition, München 2019, S. 68.

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Abbildungsnachweis

Sitzblockade © 1989 Merit Schambach CC BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons.

Empfohlene Zitierweise

Kowalczuk, Ilko-Sascha: Bilder von Revolution und Transformation. In: Public History Weekly 9 (2021) 5, DOI: dx.doi.org/10.1515/phw-2021-18464.

Redaktionelle Verantwortung

Krzysztof Ruchniewicz

There are few events that are able to connect people worldwide, but some do. TV, radio, photos, videos, and in recent years the internet and new social media make it possible. The British author Zadie Smith, for example, describes in her world bestseller “White Teeth” (2000)[1] how older people excitedly marvel at the fall of the Berlin Wall on 9 November 1989 in front of the television and how, at the same time, their children look bored into the screen. Authors from African countries expressed the hope that the fall of the Berlin Wall would also mean their liberation and would contribute to the tearing down of walls and borders worldwide.

Iconography of the Fall of the Wall

In iconographic terms, images of the fall of the Wall were burned into the world’s memory. The Brandenburg Gate as part of the Berlin Wall is flooded with people on the night of 9-10 November 1989. One photo in particular is famous: young people sitting on the Wall behind the gate and celebrating.[2] There are several photos of this scene that nobody can escape when the fall of the Wall is celebrated every year. These photos are touching and at the same time represent the suggestive power of photos: In almost all of the cases, these photos of people celebrating on the Wall show West Berliners, not East Berliners. That’s not a problem, of course, because they too had many reasons to celebrate. But they were not liberated from the dictatorship, nor did they liberate themselves. It was not the fall of the Wall, but a demolition of the Wall, carried out jointly by the societies in Poland, Hungary and the GDR.[3] These photos, however, are meant to show the people celebrating themselves.

But at the same time these photos are meant to represent East Berliners celebrating themselves. Is that a coincidence? Yes, probably. Often it is simply ignorance, never mind… Such is the case with another very famous photo of jubilant people opening a bottle of champagne in this same night at the Berlin-Friedrichstraße border station. Whom do we see? Young people from the left-wing alternative daily paper “tageszeitung” (taz) from West Berlin.[4] It’s nice to see them happy too, but it’s not so nice that it almost never is clear who they really are.

Iconic Photos from Berlin (1953) and Leipzig (1989)

Of course, such symbolic photos show the mood and atmosphere that prevailed. But they do not always show what we think we see. The power of the photos often leads us to make assumptions that are historically incorrect. The iconic photos of the popular uprising on 17 June 1953 in East Berlin and the GDR are famous for this. Again and again, Soviet tanks and stone-throwing youths trying to defend themselves against the tanks can be seen. [5] Both existed, but they were not at all typical, however they suggest so still today.

So do the photos of 9 October 1989 in Leipzig. It was the day of decision: would the SED use tanks against the peaceful demonstrators like their comrades-in-arms in China? People were afraid of the “Chinese solution”, were tense, fearful – and yet up to 70,000 people flocked to the centre of Leipzig to wrest freedom from the communists.[6] Civil rights activists secretly filmed the mass demonstration from the church tower. The film was smuggled out of the country and was broadcasted next evening on “Tagesthemen”, a main Western German news program. This contributed enormously to social mobilisation.

Invisible Majority

But these iconic photos also suggest something that is still a widespread assumption about “1989” in many narratives today: Everyone was present , everyone was supporting it. The question is, if really “everyone” was on the streets and everyone was “against it”, was against the regime, why was it even necessary to oppose it? In the photos, the state is almost always conspicuous by its absence, the superior power against which the people tried to defend themselves. But not only that: they also support the narrative that “everyone” was there. Revolutions, including the one in 1989, are always affairs of minorities rising up against a minority based on a monopoly of power and an unwillingness to share power. The mass of society stands between these two poles and waits. No revolution in world history has ever been different. Only the pictures do not tell us about it. There are no images of this overwhelming majority that just waits for things happening.

The rally that became most famous after the Leipzig mass demonstrations on 9 October 1989 took place on 4 November 1989 on Alexanderplatz in East Berlin. It is still celebrated today as a triumph of the revolution. But was it really? In fact, the rally on Alexanderplatz was one already authorised by the state. No one had to fear anything. And even more: the state, namely the SED and the MfS came together in a so-called “security partnerships” with the organisers. The stewards were easily recognisable by their yellow sashes. Many communists had been ordered by their state to join in. Orders are orders. Of course, the photos don’t tell that story.

Of course, it was still a big event, this mass demonstration. It became so not least because GDR television spontaneously broadcast the gathering live. That was a signal: It’s over! We are giving up the media monopoly. This became visible on television that very day – the newscasters no longer wore SED badges on their suits. The speakers presented a part of the protest society of 1989, but only a part: the opposition was not involved in the organisation at all. Some of them spoke, but so did representatives of the SED dictatorship. It was the largest socialist mass demonstration in the history of the GDR of its own free will – the people in front of the provisional tribune demanded freedom to travel, the travelling cadres on the truck platform demanded a socialism with a “human face”.

And the pictures of the event? Since 4 November 1989, it has been claimed that “at least” 500,000 people took part in the event. Photos have been used again and again to illustrate this claim. I have used photos for a different reconstruction: I used them (including aerial photos) to calculate whether there would have been room for so many people on Alexanderplatz and the neighbouring streets. [7] To cut a long story short: No. Generously calculated, there must have been between 160,000 and, at most 200,000 people taking part in the event. This was emphasized on the relevant websites about the demonstration (Wikipedia).[8] However, the legend of the half or whole million people on Alexanderplatz on 4 November 1989 lives on.

Storming” the Stasi Headquarters in Pictures

On 15 January 1990, tens of thousands of people stormed the headquarters of the Ministry for State Security in East Berlin. It was a historical event of a special kind: never before had a secret police force been occupied, disbanded and its records made available to the public. Even though the occupations of the Stasi had already begun in the provinces as early as 4 December 1989 – the symbol of all this would become the storming of the Stasi headquarters in Berlin-Lichtenberg. The pictures went around the world. Nothing else from the former GDR has found its way into the world’s memory in the same way as the German abbreviation „Stasi”.[9]

The pictures of the storming of the Stasi headquarters, like the photos from Leipzig on 9 October 1989, do not show the essential moment: who it was actually directed against. Again, the state is conspicuous by its absence. And the demonstrators? Here, too, the essential element, the cement of every dictatorship, is missing: fear and the overcoming of one’s own fear, a precondition for “interfering in one’s own affairs” (Jürgen Fuchs). [10]

The photos from 15 January 1990, however, suggest something else: violence on the part of the demonstrators. To this day, many questions about the storming of the Stasi headquarters remain unanswered. For example, from whom did the violence against property originate? Why did the demonstrators break into completely harmless parts of the building? [11]

Just a few days before the storming, another incident had shown how photos are supposed to make history. Neo-Nazi graffiti in public had hardly increased in the GDR by the end of 1989. The public appearance of right-wing radicals also remained within the bounds of recent years. However, in contrast to earlier times, the GDR media now reported on them to an extent as if right-wing radicals were on the verge of taking power. They stirred up fears among many people who felt threatened in their “basic anti-fascist attitude”. When several anti-communist and nationalist slogans were sprayed on the Soviet memorial in Berlin-Treptow at the end of December under circumstances that have not been clarified to this day, the SED and its media interpreted them as “fascist” and their authors as “neo-Nazis”. The new party leaders Gregor Gysi and Hans Modrow immediately called for an “anti-fascist united front”. On 3 January 1990, according to official figures, up to 250,000 people gathered at the memorial in Treptow to protest against neo-fascism. The speakers, led by Gysi, pulled out all the stops, tens of thousands chanted “Verfassungsschutz, Verfassungsschutz” over and over again (in reference to the West German intelligence service), and at the end of this party gathering the “Internationale” was sung. It was not only civil rights representatives at the Central Round Table who protested against these blatant attempts to legitimise the MfS, but opposition activists all over the country.[12] The campaign did not fail to have its effect, however, as hardly anyone in the following days and weeks forgot to mention that they were of course “anti-fascists”. Since the SED enriched the campaign at the same time with constant revelations about neo-fascist activities in the Federal Republic, it intensified the fear of reunification among hundreds of thousands. And today? The photos of this staged party meeting are printed uncritically every year. Hardly anyone discusses the background. And the fact that the slogans written on the monuments were not fascist but anti-communist is almost never mentioned.

Reunification

Finally, a last example: the reunification on 3 October 1990. The most iconic photo shows government representatives on the steps of the Reichstag in Berlin on the night of 3 October. [13] Helmut Kohl, Richard von Weizsäcker, Willy Brandt, Oskar Lafontaine, HansDietrich Genscher – and almost hidden in the backstage the only freely elected East German GDR Prime Minister Lothar de Maiziere. Mostly he is not shown at all, he is simply cut off from the overall picture.

A symbolic photo? Yes, a symbolic photo. Or as Jürgen Habermas put it on the occasion of the German-German unification negotiations: Chief negotiator Wolfgang Schäuble entered into a contract with himself. ([4] This photo from 3 October 1990 vividly shows how official Germany still sees the revolution and unification today – it was the work of “great men”. The East German people are at best staffage in this.

Photos as such do not lie, of course. But they often don’t tell “the” truth either. They offer excerpts, views that require interpretation and often basic knowledge.

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Further Reading

  • Janzing, Gerhard. “Der Fall der Mauer. Bilder von Freiheit und / oder Einheit.” In Das Jahrhundert der Bilder. 1949 bis heute, edited by Gerhard Paul, 574-581. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2008.
  • Kowalczuk, Ilko-Sascha. Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR. 3rd extended edition. München: C.H. Beck, 2015.
  • Kowalczuk, Ilko-Sascha. Die Übernahme. Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde. München: C.H. Beck, 2019.

Web Resources

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[1] Zadie Smith, White Teeth: A Novel, London: Hamish Hamilton 2001.
[2] Was am 9. November 1989 geschah, „www.zdf.de”, 9.11.2019, https://www.zdf.de/nachrichten/heute/liveblog-was-geschah-am-neunten-november-1989-100.html (last accessed 27 May 2021)
[3] Padraic Kenney, A Carnival of Revolution: Central Europe, 1989 wyd. Princeton University Press, Princeton 2002.
[4] Arno Widmann, Ich war der erste Ossi. 9. November 89: Ein Bild geht um die Welt – taz goes West, In: tageszeitung vom 9.11.1994, p. 12.
[5] Ilko-Sascha Kowalczuk, 17. Juni 1953 – Volksaufstand in der DDR, Ursachen – Abläufe – Folgen. Edition Temmen, Bremen 2003.
[6] Siegbert Schefke, Schlüsselmoment der Geschichte: Der 9. Oktober 1989 in Leipzig, „www.bpb.de”, 9.10.2020,  https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/297873/der-9-oktober-1989-in-leipzig (last accessed 27 May 2021)
[7] Ilko-Sascha Kowalczuk, Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR, 3rd extended edition, München 2015, p. 450 ff.
[8] Alexanderplatz-Demonstration, „www.wikipedia.de”, https://de.wikipedia.org/wiki/Alexanderplatz-Demonstration (last accessed 27 May 2021)
[9] Ilko-Sascha Kowalczuk, Stasi konkret. Überwachugn und Repression in der DDR, München 2013, p. 9.
[10] Jürgen Fuchs, Einmischung in eigene Angelegenheiten. Gegen Krieg und verlogenen Frieden, Reinbek bei Hamburg 1984.
[11] Ilko-Sascha Kowalczuk, Stasi konkret. Überwachugn und Repression in der DDR, München 2013, p. 333 ff.
[12] Ilko-Sascha Kowalczuk, Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR, 3rd extended edition, München 2015, p. 516.
[123] See Führende Politiker der Bundesrepublik Deutschland und der letzten DDR-Regierung nehmen an den Feierlichkeiten in Berlin teil, 3. Oktober 1990, https://www.chronik-der-mauer.de/chronik/181395/bildergalerie-zur-offiziellen-feier-zu-wiedervereinigung-vor-dem-berliner-reichstag (last accessed 27 May 2021)
[14] Ilko-Sascha Kowalczuk, Die Übernahme. Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde, 6 edition, München 2019, S. 68.

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Image Credits

Sitzblockade © 1989 Merit Schambach CC BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

Recommended Citation

Kowalczuk, Ilko-Sascha: Images of Revolution and Transformation. In: Public History Weekly 9 (2021) 5, DOI: dx.doi.org/10.1515/phw-2021-18464.

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DOI: dx.doi.org/10.1515/phw-2021-18464

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    OPEN PEER REVIEW

    What history of revolution images tell?

    The Author of the text “Images of Revolution and Transformation” undertakes a discussion with the popular adage “A picture is worth a thousand words”. This is a very topical subject, as it touches upon the issue we are currently dealing with. The visual turn in contemporary culture, caused mainly by the intensive development of mass media, especially new media such as social media, means that each of their recipients, each of us, is surrounded by images, photographs, visual representations, which often replace other content. It is with their help that the media tell us about the world and explain the meaning of historical phenomena. After reading this text, it is worth considering whether the proposed formula for learning about the past (but also about the present) is sufficient.

    On the basis of several important events concerning the period of German reunification: the fall of the Berlin Wall, demonstrations in the GDR, storming of the Stasi headquarters in Berlin, and celebrations of the signing of the treaty between West Germany and East Germany, the author makes a critical analysis of their media and photographic images. Photographs are analysed which over time have acquired symbolic meaning and serve to indicate the suggestive power of photos.The author clearly indicates that the photographs, which are supposed to symbolically represent the GDR society’s fight for freedom, are full of overinterpretations and misrepresentations. At times they are dominated by representatives of the other German state. It is with their help that the story of German reunification is told. Taking into account the imagological and symbolic aspects of the photographs and comparing them with the actual content of the events and people participating and depicted in them, the author undermines this popular adage, suggesting that it is one of the elements of myth formation and an expression of the enormous power of the influence of photographs and graphic representations.

    While reflecting on this subject, a question which is not considered in the text, arises about the role of instances which create images into symbols. Symbols are often created by photographic agencies and the media, which used to be classical, nowadays more and more often electronic.

    One cannot but agree with the author who states in the conclusion of his text that photographs do not lie, but “they often don’t tell “the” truth either” and “offer excerpts, views that require interpretation and often basic knowledge”. Together with the study of photography – postulated, for example, by Roland Barthes[1] – based on the denotation of the content of the photograph and the connotation of its symbolic meaning and the discovery of the categories hidden in it, as well as its artistic value, the elusive meaning that moves the viewer and evokes specific emotions, the broad interpretation proposed by the Author, using historical knowledge, allows for a complete analysis and understanding of the photograph used as a historical source.

    This is a very interesting text, which encourages reflection on the role of images, symbols, their interrelations and meaning.

    __________

    [1] Roland Barthes, Światło obrazu. Uwagi o fotografii, Warszawa: Aletheia 2020.

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